Aktuelle Zeit: 18.10.2019, 12:06

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]





 Seite 1 von 1 [ 2 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Toxoplasmose
BeitragVerfasst: 15.03.2011, 19:12 
Vereinsmitglied
Vereinsmitglied
Benutzeravatar

Registriert: 11.2009
Beiträge: 1641
Wohnort: Nordhorn
Geschlecht: männlich
Herkunft: .
Laune: Meistens gut drauf
Mein Haustier: " Benny" Golden Retriever - Dackelmix, Heimkind und Wandergeselle bis er mit 2 Jahren zu uns kam. Nun ist er 9 Jahre alt.
Skype: Benny15381
Infektionskrankheit Toxoplasmose: Bedrohung auf Samtpfoten

[Katzen können Millionen von Oozysten ausscheiden und den Parasiten Toxoplasma gondii somit sehr breit streuen.]

Zürich (uzh) – Der Parasit „Toxoplasma gondii“ ist für viele Aborte und Fehlbildungen bei Nutztieren verantwortlich. Doch auch Menschen können von der Infektionskrankheit Toxoplasmose befallen werden. Besonders gefährdet sind schwangeren Frauen. Etwa wenn sie rohes Fleisch essen oder Katzenkisten reinigen. Der Parasitologe Walter Basso untersucht, wie man die Verbreitung des Erregers eindämmen kann.

von Lena Serck-Hanssen

Pitschi auf der Pirsch – das süsse Kätzchen aus dem Kinderbuchklassiker entdeckt die Welt. Doch auf seinem ersten Streifzug hat sich Pitschi vielleicht bereits mit Toxoplasma gondii angesteckt. Der Parasit kommt auf der ganzen Welt vor und befällt Säugetiere und Vögel. Um sich zu vermehren und zu verbreiten, braucht er jedoch die Katze.

Katzen als Infektionsträger

Nachdem der Parasit Toxoplasma gondii eine Katze befallen hat, durchläuft er gleichzeitig zwei Entwicklungszyklen. Zunächst vermehrt er sich sehr rasch und infiziert über das Blut und die Lymphe alle kernhaltigen Zellen. Dort kommt es zu Entzündungen und der Bildung toter Zellen, so genannten Nekrosen, während die Katze als Wirtstier gleichzeitig Antikörper entwickelt. Nach dieser akuten Phase bilden sich in den Zellen Zysten.
Parallel dazu wandert der Parasit in den Katzendarm und vermehrt sich dort. Als Endprodukt bilden sich drei bis zehn Tage nach der Infektion Oozysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Eine Katze kann während ein paar Wochen Millionen von Oozysten ausscheiden und den Parasiten somit sehr breit streuen.

Parasitologe Walter Basso: „Unser Ziel ist die Entwicklung einer wirksamen Toxoplasmose-Impfung für Katzen“. (Bild: Lena Serck-Hanssen)

Eine Ansteckung mit Toxoplasma gondii kann auf zwei Arten erfolgen. Erstens über den Verzehr von zystenhaltigem, rohem Fleisch. Bei der Katze zum Beispiel wenn sie eine mit Toxoplasma gondii infizierte Maus frisst. Und zweitens über den Verzehr von Futter, das mit Oozysten einer Katze verunreinigt ist. Da die Ausscheidung von Oozysten nur bei Katzen auftritt, kommt der Katze als Infektionsträgerin eine besondere Rolle zu.

Konsum von rohem Fleisch vermeiden

Walter Basso ist Postdoktorand am Institut für Parasitologie an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich. Toxoplasma gondii ist sein Spezialthema. Der Parasitologe geht davon aus, dass von den insgesamt 1,35 Millionen Katzen in der Schweiz zwischen 0,5 bis 1 Prozent Oozysten ausscheiden: Das sind bis zu 13.500 Tiere.

In der Regel verläuft die durch den Parasiten hervorgerufene Infektionskrankheit Toxoplasmose harmlos. Eine erhöhte Gefahr besteht aber, wenn sich trächtige Tiere oder schwangere Frauen erstmals mit dem Parasiten anstecken. Dies kann zu Fehlgeburten oder zu Schädigungen vor allem des Nervensystems und der Augen des Ungeborenen führen. Basso weiss von einer älteren Studie, aus der hervorgeht, dass von rund 9000 getesteten schwangeren Frauen, fast die Hälfte infiziert war.

Allgemein gilt, dass ein reduziertes Immunsystem ein ernsthaftes Kranheitsrisiko darstellt. Während sich Schwangere schützen können, indem sie den Konsum von rohem Fleisch und den Kontakt zu Katzenkot vermeiden, sind Nutztiere dem Parasiten ausgeliefert. Für Pflanzenfresser wie Schafe oder Ziegen ist die Katze die einzige Infektionsquelle, indem sie mit ihrem Kot das Futtergras verunreinigt.

Immunität nach Infektion

Was also tun, um die Verbreitung von Toxoplasma gondii zu verhindern? Genau dieser Frage geht Walter Basso nach. Unterstützt wird er dabei durch den Forschungskredit der Universität Zürich: „Unser Ziel ist die Entwicklung einer wirksamen Toxoplasmose-Impfung für Katzen.“ Bisherige Impfversuche bei Katzen mit dem in-vitro gezüchteten Parasiten waren nämlich erfolglos. Obwohl die Katzen Antikörper bildeten, schieden sie weiterhin Oozysten aus.

Einen Schlüssel zur Entwicklung einer wirksamen Impfung von Katzen sieht Basso in der Tatsache, dass sich Katzen schon im jungen Alter mit Toxoplasma gondii anstecken. Infiziert sich eine Katze später noch einmal mit dem Parasiten, scheidet sie sehr selten erneut Oozysten aus.

Es wird also im Darm nach einer Infektion eine Immunität aufgebaut, die eine wiederholte Ausscheidung von Oozysten verhindert. „Uns interessiert, wie diese Immunität im Darm der Katze aufgebaut wird. Dazu müssen wir die im Darm vorhandenen Entwicklungsstadien von Toxoplasma gondii genau untersuchen“, sagt Basso.

Katzenimpfung als Fernziel

Konkret bedeutet dies, dass Katzen kontrolliert mit Toxoplasma gondii infiziert werden. Anschliessend isolieren Basso und sein Team die im Darm vorhandenen Toxoplasma gondii-Stadien. Zusammen mit dem Functional Genomics Center Zurich, einem gemeinsamen Projekt von ETH und Universität Zürich, wird die Erbinformation mittels der Ribonucleinsäure (RNA) der Darmparasiten analysiert und mit den jeweiligen Sequenzen anderer Toxoplasma gondii-Entwicklungsstadien verglichen.

Basso interessieren besonders die für das Darmstadium spezifischen RNA-Sequenzen und vor allem die von ihnen kodierten Proteine. «Diese Proteine beziehungsweise Antigene werden wir an Katzen testen und schauen, ob dies allenfalls die Ausscheidung von Oozysten beeinflussen kann», beschreibt Basso die nächsten Schritte seiner Forschung mit dem Fernziel einer Toxoplasma gondii-Impfung.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf UZH News, dem Online-Magazin der Universität Zürich.

Quelle: Aho

Liebe Grüße Kalli



_________________
Bild

Bild

Was schadet es dem Menschen, wenn man dem Tier zuerkennt was ihm gebührt, also Verstand.
Offline
  Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Toxoplasmose
BeitragVerfasst: 16.03.2011, 08:47 
Fingerwundschreiber
Fingerwundschreiber
Benutzeravatar

Registriert: 02.2010
Beiträge: 3420
Wohnort: Hamm
Geschlecht: weiblich
Herkunft: .
Laune: Immer gute Laune
Mein Haustier: 2 kleine Hunde die mich auf Trapp halten*grins*
und einige Koi's im Gartenteich
Skype: maeuschen 0608
Danke Kalli,dieser Beitrag ist sehr interessant und dürfte
wohl für Katzenliebhaber sehr wichtig sein.



_________________
LG Monika
-------------------------------------------------------------------------------------
Der Mensch glaubt manchmal,er sei zum Besitzer,zum Herrscher
erhoben worden.Das ist ein Irrtum,er ist nur ein Teil vom Ganzen.Seine Aufgabe ist nur die
eines Hüters,eines Verwalters,nicht die eines Ausbeuters.
Der Mensch hat Verantwortung,nicht die Macht.


(* Onondaga *)
Offline
  Profil Persönliches Album  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 Seite 1 von 1 [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  

cron