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 Betreff des Beitrags: Die Linsenluxation
BeitragVerfasst: 11.01.2010, 15:26 
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Die Linsenluxation
Was ist eine Linsenluxation?


Die Linsenluxation (häufig LL genannt, abgeleitet vom medizinischen Fachausdruck Luxatio lentis) ist eine schwerwiegende, sehr ernst zu nehmende Erkrankung bei der das gesamte Auge betroffen ist. Unter dem Begriff Linsenluxation versteht man eine Loslösung der Linse im Auge. Die Linse gehört zusammen mit der Hornhaut und dem Glaskörper zu den durchsichtigen Strukturen des Auges, die eine wichtige Rolle beim Sehvorgang spielen. Beim gesunden Auge ist die Linse an ihrem Aufhängeapparat befestigt, der aus vielen, feinen sogenannten Zonulafasern besteht. Im Anfangsstadium der Erkrankung reißen meist erst einige Fasern und es entsteht eine sogenannte Subluxation der Linse (teilweise Loslösung der Linse). Nach und nach reißen die restlichen Fasern und die Linse kann sich frei im Auge bewegen.

Was sind die Ursachen für eine Linsenluxation?
Verschiedene Gründe können zu einem Zerreißen der Fasern und damit zur Linsenluxation Anlaß geben.
Man unterscheidet generell zwischen der primären und der sekundären Linsenluxation. Die primäre Linsenluxation gilt nach dem heutigen Stand der Wissenschaft als erbliche Augenerkrankung, die bei einigen Rassen (v. den kleinen Terrierassen wie PJRT, JRT, Welsh Terrier, Jagdterrier, Miniature Bullterrier u.a.) auftritt. Bei den betroffenen Hunden besteht ein angeborener Defekt im Aufhängeapparat der Zonulafasern der Linse, so dass diese fasern nur minderwertig ausgebildet sind. Die primäre LL tritt bevorzugt im Alter zwischen 3 und 6 Jahren auf. Es sind in der Regel immer beide Augen, jedoch in zeitlich versetzten Abständen betroffen. Die primäre LL tritt ohne vorherige Grunderkrankungen des Auges auf. Die sekundäre Linsenluxation ist als Folge einer anderen, schwerwiegenden Augenerkrankung zu werten. Starke Stösse im Kopfbereich, ein schweres Trauma (z.B. ein Unfall), grauer Star (Katarakt), grüner Star(Glaukom), chronische Uveitis (Entzündung der Regenbogenhaut) oder aber Tumoren im inneren Auge können zu einer gelösten Linse führen.

Was sind die Anzeichen und die Folgen einer Linsenluxation?
Die Symptome v.a. bei einer primären Linsenluxation können im Anfangsstadium sehr diskret und unauffällig sein. Häufig kommt es zu einem leichten Tränenfluß, der Hund blinzelt oder kneift das Auge zu. Das Auge kann leicht gerötet erscheinen. Die normalerweise durchsichtige Hornhaut kann ein getrübtes, milchiges Aussehen annehmen. Diese akuten Beschwerden können in einigen Fällen nach ein paar Tagen zurückgehen und das Auge erscheint dem Besitzer wieder normal. Aus diesem Grund wird die Linsenluxation auch häufig falsch eingeschätzt.

Bei der sekundären Linsenluxation stehen meist die Symptome der Grunderkrankung zuerst im Vordergrund und die LL tritt erst später auf wird dementsprechend erst später diagnostiziert. Das Auge reagiert auf eine Linsenluxation relativ schnell mit einer Erhöhung des Augeninnendrucks, d.h. es entsteht ein Glaukom oder auch grüner Star. In diesem Stadium sind die Anzeichen die der Hund zeigt, auch für den Besitzer recht deutlich ausgeprägt. Der Augapfel ist vergrößert, kann stark getrübt sein, die normalerweise weiße Bindehaut ist stark gerötet, die Pupille ist weit und reagiert nicht auf einfallendes Licht. Das Auge und seine Umgebung sind sehr empfindlich und schmerzhaft und es kommt zu vermehrtem Tränenfluß. Meist reiben oder wischen die Hunde mit den Pfoten über das Auge oder sie versuchen den Kopf an Gegenständen zu reiben. Ein erhöhter Augeninnendruck führt neben den stark ausgeprägten Kopfschmerzen, nach kurzer Zeit (einige Stunden bis Tage) zur Erblindung des Auges. Robustere Tiere zeigen oftmals auch sehr verhaltene Schmerzäußerungen wie z.B. Lustlosigkeit, verminderten Appetit oder Apathie. Der Augeninnendruck erhöht sich in Folge einer Linsenluxation durch den Vorfall des Glaskörpers, der sich bei intakter Position der Linse hinter der Linse befindet. Löst sich die Linse, so kann der Glaskörper in die vorderen Bereiche des Auges gelangen, dort das Abflußsystem des Auges (sog. Kammerwinkel) verstopfen und somit Abflußstörungen mit einer Steigerung des Augeninnendrucks verursachen. Das Endstadium einer Linsenluxation und des darauf folgenden Glaukoms führt immer zu einer starken Vergrößerung und Erblindung des Auges. In vielen Fällen führen weitere Komplikationen (z.B. chronische Hornhautgeschwüre) dazu, daß sich das Auge so stark entzündet und mit Schmerzen für das Tier verbunden ist, daß als Therapie nur noch die Entfernung des Augapfels in Frage kommt.

Wie und mit welchen Erfolgsaussichten kann die Linsenluxation behandelt werden?
Die Therapie richtet sich in erster Linie nach der Ursache der Linsenluxation sowie der Dauer der Erkrankung und den aktuellen Beschwerden. In allen Fällen wird das Auge initial mit Medikamenten (Augentropfen und /oder Tabletten) behandelt, um die Entzündung im Auge einzudämmen und den Augeninnendruck zu senken. Somit wird das Auge auf eine Evt. anstehende Operation vorbereitet. Grundsätzlich ist davon auszugehen, daß ein Auge mit einer primären, d.h. erblich bedingten Linsenluxation in jedem Fall operiert werden muß. Je nach Verlauf und Zustand wird die Operation einige Tage später, in seltenen Fällen noch am selben Tag, durchgeführt. Grundsätzlich ist davon auszugehen, daß ein Auge mit einer primären Linsenluxation in jedem Fall operiert werden muß. Bei der sekundären Linsenluxation gilt es zuerst die Grunderkrankung zu behandeln und dann zu entscheiden ob eine operative Entfernung der gelösten Linse sinnvoll ist.

Die Operation wird ambulant vorgenommen und der Patient kann am selben Tag wieder mit nach Hause. Die Besitzer sind bei dieser Operation, so wie bei allen Operationen in unserer Praxis so lange bei ihrem Tier bis es eingeschlafen ist und sind auch direkt nach der Operation in der Aufwachphase wieder bei ihrem Tier. Die Operation, für die eine Vollnarkose notwendig ist, wird unter einem Operationsmikroskop mit starker Vergrößerung durchgeführt. Hierfür wird ein kleiner ca. 1 cm langer Hautschnitt angelegt. Anschließend wird die Hornhaut eröffnet und die luxierte Linse und Teile des vorgefallenen und/oder veränderten Glaskörpers entfernt. Nun werden Hornhaut und Haut wieder verschloßen. Im Normalfall schließt sich eine Kontrolluntersuchung nach 2-3 Tagen und eine Untersuchung nach 2-3 Wochen zum Ziehen der Hautfäden an. Im Anschluß an die Operation ist von seiten der Besitzer eine sehr intensive Betreuung und Nachbehandlung (mit Augentropfen) notwendig. Für den Erfolg einer solchen Operation spielt nicht nur der eigentliche Operationsverlauf, während dessen wie bei jeder anderen Operation auch, unvorhersehbare Komplikationen (z.B. Blutungen im Auge) auftreten können, eine Rolle. Ebenso wichtig ist der Funktionszustand des Auges vor der Operation. Bei kurz andauernder Erkrankung und geringfügig erhöhtem Augeninnendruck kann nach der Operation und der sich anschließenden Behandlung ein gewisser Grad an Sehkraft erwartet und auch wiedererlangt werden. Da durch den hohen Augeninnendruck jedoch alle Anteile des Auges und insbesondere auch die empfindliche Netzhaut stark geschädigt werden, ist in schweren Fällen nicht das Ziel der Operation die Wiederherstellung der Sehkraft, sondern "lediglich" die Erhaltung eines schmerzfreien Augapfels. Ein ganz wichtiger Aspekt ist gerade in den ersten 2-3 Wochen nach der Operation die Nachsorge zu Hause durch den Besitzer. Das frisch operierte Auge darf keinerlei Stößen ausgesetzt werden (es ist ratsam zum Operationstermin zu zweit zu kommen, um während der Heimfahrt auf den Patienten zu achten) und es sollten in den ersten Tagen regelmäßig in stündlichem Abstand Augentropfen verabreicht werden. Aus diesem Grund erfolgt auch vor und nach der Operation ein ausführliches Gespräch mit dem Besitzer. In chronisch, verschleppten Fällen, die mit einer starken Entzündung des Auges, einem sehr hohen Augeninnendruck und vollständiger Erblindung des Auges einhergehen, kann es sein, daß die oben beschriebene Operationsmethode wenig Aussicht auf Erfolg hat. Um dem Patienten weitere Schmerzen zu ersparen sollte zusammen mit dem Besitzer entschieden werden, ob ein solches Auge nicht besser vollständig entfernt wird.

quelle: http://www.tieraugenpraxis.de/default.a ... 8&subid=11



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LG Suedwind
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