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BeitragVerfasst: 25.12.2008, 15:17 
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Warum man nicht lügen soll

Vor langer Zeit lebte einmal ein Schäfer, der hatte eine riesige Schafherde. Fast jeden Tag wurden einige Lämmer geboren und so wusste er bald nicht mehr, wie viele Tiere er besaß.
Dieser Schäfer war ständig zu lustigen Streichen aufgelegt. So kam es, dass er bald im ganzen Land als fröhlicher Spaßvogel bekannt war. Obwohl er nur selten mit Menschen zusammen kam, wusste er doch immer die neuesten Ereignisse.
Als er eines Tages seine Schafe vor den Toren der Hauptstadt weidete, kam ihm plötzlich ein seltsamer Gedanke. Er dachte, wie wäre es, wenn ich die trägen Bewohner der Hauptstadt einmal richtig in Angst und Schrecken versetzte. Er trieb deshalb seine Herde ganz nahe an die Stadtmauer heran und rief plötzlich um Hilfe.
"Ein Löwe will mich fressen! Helft mir aus meiner Not!"
Als die am Stadttor wachenden Königssoldaten die Hilferufe des Schäfers hörten, schlugen sie mit ihren großen Trommeln Alarm. Schon nach kurzer Zeit tauchten aus allen Stadttoren bis an die Zähne bewaffnete Männer auf, die glaubten, einen feindlichen Angriff auf ihre Vaterstadt abwehren zu müssen. Als sie zu ihrem Ärger jedoch auf der Hochebene vor der Stadt keinen einzigen feindlichen Krieger entdecken konnten, enstand bald ein heilloses Durcheinander. In das erregte Schreien der Stadtbewohner mischte sich das ängstlichen Blöken der auseinanderstiebenden Schafe. Die Männer der Hauptstadt waren über den üblichen Streich des Schäfers so zornig, dass sie beschlossen, ihn dem König vorzuführen.
Einige besonders wütenden jungen Männer fesselten den sich heftig wehrenden Spaßvogel und schleppten ihn zum Königspalast, wo er sogleich dem Herrscher vorgeführt wurde. Nachdem sich die Diener auf einen Wink ihres Herrn zurückgezogen hatten, sprach der König zu dem mit dicken Stricken gebundenen Schäfer: "Ich habe gehört, dass du unsere Hauptstadt zum Narren halten wolltest. Für deine schändliche Tat müsste ich dich für einige Tage ins Gefängnis werfen."
"Habt Gnade mit Eurem untertänigsten Diener", jammerte der Spaßvogel, "ich wollte die Bewohner der Stadt gar nicht ängstigen! Ich wollte nur wissen, ob die beiden am Haupttor wachenden Krieger wieder einmal schlafen, anstatt nach Feinden Ausschau zu halten. Dass die beiden dummen Kerle gleich Alarm geschlagen haben, ohne nachzusehen, ob überhaupt Gefahr droht, kann mir gerechtigerweise nicht zum Vorwurf gemacht werden."
"Wenn du wirklich nur die beiden Schlafmützen am Haupttor aufwecken wolltest, dann will ich dich aus deinen Fesseln befreien lassen", sprach der König und rief seine Diener herbei. Als der Schäfer sich wieder frei bewegen konnte, dankte er seinem Herrn für seine Großmut und verließ vergnügt den königlichen Palast. Es kostete ihn viel Mut, die nach allen Richtungen geflohenen Schafe wieder zusammenzutreiben.
Einige junge Leute, die sich darüber ärgerten, dass der Schäfer vom König so schnell wieder freigelassen worden war, machten sich einen Spaß daraus, die verängstigten Schafe noch weiter zu zerstreuen.
Das Gespött der Leute wurde für den Schäfer so unerträglich, dass er beschloß, niemals wieder in seinem Leben die Unwahrheit zu sagen. Auch die Hauptstadt wollte er nicht mehr betreten; denn dort sah jedermann in ihm nur noch einen Lügner.
Als die Nacht hereinbrach, legte er sich am Fuß der Stadtmauern inmitten seiner Schafe zur Ruhe. Plötzlich wurde er durch lautes Gebell seiner Hunde aus dem Schlaf gerissen. Er rieb sich schlaftrunken die Augen, konnte in der Dunkelheit aber nichts Verdächtiges entdecken.
Da hörte er ganz in der Nähe den Todesschrei eines Lämmchens, und im gleichen Augenblick sah er auch schon einen riesigen Schatten.
"Das ist ein Löwe", schoß es ihm durch den Kopf. "Ich muss sofort Alarm schlagen, sonst zerreißt er meine ganze Herde."
Er rief laut um Hilfe, um die Bewacher der Stadttore auf seine Not aufmerksam zu machen. Als die in der Nähe wachenden Soldaten die Hilferufe des Schäfers vernahmen, sagte der Hauptmann der Torwache mit verächtlichem Lächeln zu seinen Leuten: "Der alte Narr glaubt wohl, wir würden noch einmal auf seinen Scherz reinzufallen und die ganze Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen. Wenn er merkt, daß wir seinen Löwengeschichten keinen Glauben mehr schenken, wird er sich bald beruhigen!"
Mit diesen Worten kehrte der Hauptmann in seine Hütte zurück und befahl seinen Soldaten, sich ebenfalls zur Ruhe zu legen.
Am nächsten Morgen wurden die Torwachen von einem der Hunde des Schäfers geweckt. Das Tier gebärdete sich wie toll und versuchte, einen der Soldaten mitzuzerren.
"Der Hund will uns etwas zeigen", sagte schließlich einer der Wachsoldaten, der als guter Tierkenner bekannt war.
"Wir wollen sehen, wo er uns hinführt."
Drei der Torwachen folgten dem treuen Tier auf die Hochfläche vor der Stadt. Als sie die weit verstreuten Schafe erblickten, sagte einer von ihnen: "Wo ist nur der Schäfer? Er hält doch sonst seine Herde sorgfältig zusammen."
"Er muss dort drüben an der Stadtmauer liegen", meinte ein anderer. "Der Hund läuft auch geradewegs auf die Stelle zu."
Beim Näherkommen bot sich den Männern ein fürchterlicher Anblick. Der Schäfer lag in einer großen Blutlache und gab kein Lebenszeichen mehr von sich.
Die Soldaten sahen sofort, dass hier ein Löwe gewütet hatte.
"Der König der Tiere hat ihm die Lüge nicht verziehen", dachten die Soldaten und kehrten in die Stadt zurück, um ihrem Herrscher die Nachricht zu überbringen.
Der König entschied, dass man den toten Schäfer an der Stelle beerdigen solle, an der er von dem Löwen zerrissen worden war. Über dem Grab des Toten ließ er später einen großen Stein aufrichten, auf dem das traurige Ende des Lügners für jedermann sichtbar in einem Bild dargestellt wurde.
In dieser Stadt erzählen die Eltern ihren Kindern noch heute die Geschichte vom traurigen Ende des lügnerischen Schäfers als warnendes Beispiel.

(Ibo, Nigeria)



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BeitragVerfasst: 26.12.2008, 10:42 
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Der Hund und der Wolf

Es war einmal eine Bauernfamilie, welche unter ihren Haustieren auch einen Hofhund namens Sultan hatte. Als der Hund alt geworden war, jagte ihn der Bauer fort, indem er meinte, daß derselbe seinen Dienst nicht mehr pünktlich versehen könne. Ganz niedergeschlagen, mit gesenktem Kopf, verließ der Hund das Dorf und klagte für sich: "So belohnt man meine Treue in dem beschwerlichen Dienst; nachdem ich hier meine jungen und kräftigen Jahre in Arbeit zugebracht habe, jagt man mich im schwachen Alter davon und gönnt mir nicht die Ruhe." So trauernd ging er weiter und irrte viele Tage umher, ohne eine leidliche Unterkunft zu finden. Von dieser langen Wanderung abgemagert und schwach geworden, langte er bei einem Wald an.
Da kam aus dem Wald ein Wolf heraus, rannte auf den armen Hund los und schrie: "Halt! alter Kerl, nun bist du in meiner Gewalt; mache dich also bereit."
Als unser Sultan den Wolf so reden hörte, erschrak er und sprach: "Lieber Freund, schau mich nur zuerst recht an, und dir vergeht gewiß der Appetit auf mich; an mir findest du den schlechtesten Braten, welchen du je gehabt hast, denn ich bin nichts als Haut und Bein. Aber ich wüßte Rat."
Der Wolf sprach: "Von dir bedarf ich keines Rats, elender Wicht. Ohne daß du mir ihn sagst, weiß ich, wie er lauten würde: nämlich, ich solle dir das Leben schenken. Nein, es bleibt beim alten, kurz und gut, ich fresse dich!"
Hierauf erwiderte der Hund: "Mir fällt gar nicht ein, so von dir zu denken, denn ich will nicht länger leben. Beiß zu, solange du noch gute Lust hast, aber ich rate dir nur zum besten. Wäre es nicht wohl getan, wenn du mich früher mästen und, nachdem ich fett geworden, erst dann fressen würdest? Das Futter ginge dabei nicht verloren, denn du findest auf einmal alles an mir. Das wäre dann ein tüchtiges Stück Braten, was meinst du, Bruder Wolf?"
Der Wolf sprach: "Ich bin's zufrieden, wenn die Fütterung nicht lange dauert; folge mir in meine Hütte."
Der Hund tat dies, und beide gingen nun tiefer in den Wald.
Bei der Hütte angelangt, kroch Sultan hinein, der Wolf aber ging fort, um für den schwachen Hund einiges Wild zu erjagen.
Als derselbe zurückkam, warf er seine Beute dem Sultan vor, und dieser ließ es sich wohl schmecken.
Am anderen Tag kam der Wolf und sprach zum Hund: "Gestern hast du gefressen, heute will ich fressen."
Der Hund erwiderte: "Aber was fällt dir denn ein, lieber Wolf? Das gestrige Futter habe ich kaum im Magen gespürt."
Der Wolf ärgerte sich zwar, mußte aber zufrieden sein und abermals in den Wald gehen, um für den Hund neues Wild zu erjagen. Mit einer ähnlichen Entgegnung fertigte unser Sultan so lange den Wolf ab, wie er sich noch nicht stark genug fühlte, um es mit demselben aufzunehmen. Der Wolf jagte fortwährend und brachte seine Beute dem Hund; selbst aß er jedoch wenig oder gar nichts, damit nur Sultan genug bekomme. So kam es, daß der Hund immer mehr an Fleisch und Kraft zunahm, dem Wolf erging es aber gerade umgekehrt.
Am sechsten Tag trat der Wolf vor den Hund und sprach: "Nun glaube ich, daß du reif bist."
Sultan antwortete: "O ja, und zwar fühle ich mich so wohl, daß ich es mit dir aufnehmen werde, im Falle du mich nicht freiläßt."
Der Wolf sprach: "Du scherzt! Bedenke, ich habe dich sechs volle Tage hindurch gefüttert, ja selber nichts gegessen, und sollte nun so leer ausgehen? Das geht nimmermehr!"
Hierauf erwiderte Sultan: "Einesteils hast du wohl recht; jedoch wie glaubst du zu meiner Auffressung berechtigt zu sein? "
"Dies ist ja das Recht des Starken über den Schwachen", gab der Wolf zur Antwort.
"Wohlan", entgegnete der Hund, "so hast du über dich selbst das Urteil gesprochen. Bei diesen Worten machte er einen kühnen Sprung, und ohne daß sich's der Wolf versah, lag er am Boden, von Sultan überwältigt.
"Weil du mich am Leben gelassen, so will ich dich ebenfalls nicht gleich verderben und lege das Leben in dein Glück; wähle dir noch zwei Genossen, wie ich es auch tue, und erscheine morgen mit denselben hier im Wald, wo wir dann unseren Streit schlichten wollen."
Beide trennten sich nun, um Mitkämpfer zu suchen. Der Worf ging erzürnt tiefer in den Wald; der Hund eilte dem nächsten Dorf zu. Der Wolf fand nach langem Zureden an dem mürrischen, brummigen Bär und dem schlauen Fuchs zwei Kameraden.
Unser Sultan lief zuerst ins Pfarrhaus und bewog dort die große, graue Katze, mitzugehen. Von da richtete er seine Schritte auf den Hof des Ortsrichters und fand an dem mutigen Hahn den zweiten Mitkämpfer.
Kaum dämmerte es, und der Hund war schon mit seinen Bundesgenossen auf der Reise. Es fehlte wenig, so hätte er seine Feinde noch in tiefem Schlaf überrascht.
Der Wolf war am ersten erwacht, weckte seine Kameraden und sprach dann zum Bären: "Du kannst auf Bäume klettern, nicht wahr? Sei so gut, steige da auf diese hohe Tanne, und schau, ob du nicht unsere Feinde erblickst."
Der Bär tat dies, und als er oben war, schrie er herunter: "Flieht, unsere Feinde sind schon da, ganz in der Nähe, und welch mächtige Feinde! Es reitet einer stolz einher und trägt sehr viele scharfe Säbel bei sich, welche in der Morgensonne stark glänzen; hinter diesem schreitet bedächtig einer und zieht eine lange Eisenstange nach sich. O wehe uns!"
Bei diesen Worten erschrak der Fuchs so gewaltig, daß er es für das ratsamste hielt, sich aus dem Staub zu machen. Der Bär kletterte eiligst vom Baum herab und verkroch sich in ein dichtes Gestrüpp, so daß von ihm nur die äußerste Schwanzspitze hervorschaute.
Jetzt kamen die Feinde heran. Der Wolf, welcher sich von seinen Genossen verlassen sah, wollte das Weite suchen, doch Sultan kam ihm zuvor. Ein Sprung, und der Hund hielt den Wolf am Genick und machte ihm den Garaus. Unterdessen bemerkte die Katze die im Gebüsch sich bewegende Schweifspitze des Bären, und in der Hoffnung, eine Maus zu erhaschen, schnappte sie nach derselben. Erschreckt fuhr der Bär aus seinem Versteck hervor und flüchtete sich in aller Eile auf einen Baum und glaubte hier vor den Feinden sicher zu sein; indessen täuschte er sich, denn es war ja noch der Hahn da.
Als der Hahn den Bären auf dem Baum erblickte, sprang er auf den nächsten Ast und so fort immer höher. Der Bär war außer sich, und vor Schreck fiel er herab und blieb maustot liegen. So endete dieser Kampf.
Die Nachricht von der Heldentat Sultans und seiner Genossen verbreitete sich weit umher und auch in jenes Dorf, in dem Sultan früher gedient hatte. Die Folge davon war, daß die Bauernfamilie ihren treuen Hofhund wieder zu sich nahm und verpflegte.


Quelle: Theodor Vernaleken, Kinder- und Haus- Märchen aus Österreich, Wien 1863



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BeitragVerfasst: 27.12.2008, 10:25 
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Bunte Pferde

Es war ein kalter grauer Frühlingsmorgen als mitten in den Rocky Mountains, einem hohen Gebirge in Amerika ein Fohlen das Licht der Welt erblickte. Seine Mutter eine wunderschöne graue Stute blickte es liebevoll an, leckte es trocken und gab ihn seinen Namen "Apache". Seine Tanten standen um die beiden herum und bewunderten den kleinen Hengst, der die graue Erdfarbe seiner Mutter hatte. Nach einigen mühevollen Versuchen gelang es ihm endlich auf seinen eigenen vier Beinen zu stehen und bei seiner Mutter den ersten Hunger zu stillen.

Es verging einige Zeit, das Fohlen wuchs heran, wurde ein starker und schöner Jährling. Eines Tages sah er beim Trinken sein Spiegelbild im Wasser. Er blickte sich um und sagte zu seiner Mutter: "Weißt du was. Wenn ich mich so ansehe und die Farbe meines Fells, die wie schmutzige Erde aussieht gefalle ich mir gar nicht. Ach könnte ich doch die Farbe der Sonne haben. Sie ist so wunderschön".

Als Apache am nächsten Tag erwachte und seine Glieder streckte sah er, dass der Gott Manitou seinen Wunsch erhört hatte und sein Fell leuchtete mit der Sonne um die Wette.

Apache war stolz auf sein neues Aussehen. Er wanderte zwischen den anderen Pferden der Herde herum und zeigte jedem seine neue Farbe. Seine Mutter schüttelte nur den Kopf und meinte "Apache sei nicht so eitel. Ein gutes Pferd ist einfach und bescheiden, nur so kann es in der Wildnis überleben". Doch Apache war das egal. Kurze Zeit später stand er nachts auf der Klippe und blickte in den Himmel. Dieser war schwarz mit dem silberne Leuchten der Sterne und des Mondes. Wieder dachte er: "Ach könne ich doch die Farbe der Nacht haben. Die Nacht ist einfach wunderschön".Als er am nächsten Tag erwachte hatte ihm Manitou ein weiteres Mal seinen Wunsch gewährt. Sein Fell glänzte rabenschwarz, die Mähne und der Schweif glänzten wie flüssiges Silber. Er stolzierte überall herum und präsentierte den anderen Herdenmitgliedern sein neues Aussehen.

Das Jahr ging in den Sommer über und dann langsam und unmerklich in den Herbst. Und wieder war Apache mit seiner Fellfarbe unzufrieden. Immer wieder betrachtete er das Herbstlaub mit seinen leuchtenden Farben und klagte seiner Mutter, dass er lieber ein leuchtendes Rot hätte als das dunkle Schwarz. Und ein weiteres Mal erfüllte ihm Gott Manitou seinen Wunsch. Am nächsten Morgen erwachte der kleine Hengst mit einer Fellfarbe, welche an ein loderndes Feuer erinnerte.

Langsam verging auch der Herbst und es wurde Winter. Schnee und Kälte machten die Berge unwirtlich und die Pferde mussten lange nach Futter suchen. Teiche und Tümpel froren zu und der kalte, raue Wind machte der Herde mehr und mehr zu schaffen. Doch Apache stakte durch den hohen Schnee und bewunderte die in der selten gewordenen Sonne glitzernden Eiszapfen und Eiskristalle. Er dachte bei sich: "Ach ist das wunderschön, hätte ich doch ein Fell wie Schnee und Eis, so weiß und glänzend". Und auch dieses Mal erhörte ihn Gott Manitou und am nächsten Tag war Apache Fell weiß wie frisch gefallener Schnee.

So ging der Winter langsam dahin und endlich schien die Sonne wieder länger und kräftiger, der Schnee verschwand und die ersten zarten Gräser und Blumen wurden wieder sichtbar. Die Not der Pferdeherde hatte ein Ende. Nur Apache war wieder un-zufrieden. "Dieses Weiß ist furchtbar. Immer muß ich aufpassen, dass ich nicht schmutzig werde, furchtbar. Ach hätte ich doch wieder die Farbe der Sonne oder die Farbe des Feuers, das wäre schön". Seine Mutter sah ihn verzweifelt an und sagte: "Apache, du versündigst dich. Gott Manitou wird das nicht gefallen. Er hat dir bis jetzt alle deine Wünsche erfüllt aber..." Doch Apache meinte: "Wenn er sie mir bis jetzt erfüllt hat, dann soll er sie mir auch gefälligst weiter erfüllen. Ich bin der schönste Hengst, der jemals durch diese Berge streifte!".

Und noch einmal erfüllte Gott Manitou den Wunsch des Hengstes nach einer neuen Fellfarbe. Apache erwachte munter am nächsten Morgen, stand auf und erstarrte. Sein neues Fell leuchtete in allen Farben der Natur, weiß, schwarz, braun, golden.

Die gesamte Herde umstand ihn, wie damals zu seiner Geburt, betrachtete ihn erstaunt und seine Mutter sagte zu ihm "Apache, ich hoffe dass du jetzt endlich zufrieden bist. Gott Manitou hat dir nun das letzte Mal sämtliche Farbtöne der Natur auf dein Fell gepinselt. Er wird dir nun keinen Wunsch mehr erfüllen. Da ist jetzt deine endgültige Farbe".

So entstanden die bunten Pferde, welche du bis heute auf den Weiden der Rocky Mountains grasen sehen kannst.

(Autor Unbekannt)



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BeitragVerfasst: 30.12.2008, 18:34 
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Die Spinne und die Weisheit

Kwaku Ananse, das Spinnenmännchen, ärgerte sich schon seit vielen Jahren darüber, daß es unter den Menschen so viele weise Männer gab. Er beschloß deshalb, alle Weisheit zu sammeln und für sich und seine Nachkommen aufzubewahren. Zu diesem Zweck holte er sich aus seinem Hause einen großen Tonkrug; den gedachte er mit Weisheit anzufüllen.
Viele Jahre zog er durch die Lande und stellte Mensch und Tier die schwierigsten Fragen. Erhielt er eine kluge Antwort, so öffnete er schnell den Deckel seines Kruges und flüsterte sie zum Staunen seiner Zuhörer hinein. Als er endlich glaubte, alle Weisheit dieser Welt gesammelt zu haben, machte er sich auf den weiten Weg in die Heimat.
"Kwaku Ananse ist nun weiser als die Götter", sang er viele Tage lang vor sich hin, bis er endlich die runden Hütten seines Heimatdorfes erblickte. Da er fürchtete, man könnte ihm im Dorf seinen kostbaren Schatz stehlen, beschloß er, ihn zunächst einmal für ein paar Tage im Wald zu verbergen. Nach der ersten Wiedersehensfreude wollte er heimlich seine Familie zu seinem Versteck führen und sie die Weisheit der Welt in sich aufnehmen lassen.
"Wo verberge ich nur meinen Krug", murmelte er vor sich hin und hielt Ausschau nach einem geeigneten Versteck. Lange überlegte er hin und her und entschied sich schließlich für einen hohen Kazaurabaum, in dessen obersten Ästen er die Weisheit dieser Erde aufhängen wollte.
Er ergriff seinen Krug, band ihn sich mit Schlingpflanzen vor den Bauch und versuchte nun, an dem dicken Stamm emporzuklettern. Weil aber der Krug einen zu großen Umfang hatte, konnte er mit seinen Armen und Beinen die Rinde des Baumes nicht erreichen.
So mühte sich Kwaku Ananse drei Tage lang vergeblich, die gesammelte Weisheit in die luftige Höhe des alten Kazaurabaumes zu bringen. Schon unzählige Male war er auf den Rücken gefallen und hatte sich dabei die Haut abgerissen, die nun in großen Fetzen herunterhing. Trotz seiner Schmerzen und trotz seines großen Hungers kämpfte er verbissen weiter und vergaß dabei völlig, daß er für sein Gefäß wohl noch andere sichere Stellen im Wald hätte finden können.
Während er wieder einmal auf dem Rücken lag und hilflos mit den Beinen in der Luft strampelte, kam ein Hase vorbei und beobachtete das Treiben Kwaku Ananses. Als er endlich wieder auf den Füßen stand, versuchte er wohl zum tausendsten Mal, sein Ziel zu erreichen.
Der Hase war ein gutmütiger Kerl, und so beschloß er, dem sich abmühenden Freund zu helfen.
"Guten Abend, Kwaku Ananse", sagte er freundlich. Bei diesen Worten schrak Kwaku Ananse so heftig zusammen, daß er wieder auf den Rücken fiel und mit seinem Krug vor dem Bauch in den Abendhimmel starrte. Der Hase sprang schnell herbei und befreite den armen Kwaku aus seiner hilflosen Lage.
"Was hast du denn in deinem Krug?" fragte er ihn.
"Das kann ich dir nicht verraten", erwiderte Kwaku Ananse. "Wenn ich dir die Wahrheit sage, müssen wir beide auf der Stelle sterben."
"Nun, dann will ich dieses Geheimnis nicht wissen. Ich habe dir eine Zeitlang zugesehen, wie du dich vergeblich abgemüht hast, deinen bauchigen Krug auf den Baum zu bringen. Wäre es nicht einfacher, wenn du dir das Gefäß auf deinen Rücken bändest?"
"Was sagst du da?" schrie Kwaku Ananse. "Ich dachte, ich hätte alle Weisheit dieser Welt in meinem Krug eingefangen, und jetzt sehe ich, daß es immer noch klügere Leute als mich gibt."
Bei diesen Worten riß er sich seine schwere Last vom Bauch und schleuderte sie mit solcher Gewalt an den Kazaurabaum, daß der Krug in tausend Scherben zersprang.
"Nun mag die Weisheit in alle Welt entfleuchen", schimpfte er und stapfte durch das hohe Gras nach Hause.
(Akan, Ghana)



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Ein Hund spricht....

http://de.youtube.com/watch?v=Lwp35i3hyj8



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Harte Rede tut auch dem Tiere weh

Ein Landmann hatte ein Kälbchen mit viel Sorgfalt und Liebe großgezogen, bis es zu einem überaus großen, starken Stier herangewachsen war. Keiner der umwohnenden Bauern hatte ein ähnlich tüchtiges Tier im Stalle, und der Landmann war dessen nicht wenig Stolz.
Eines Tages rühmte er sich, sein Stier sei imstande, fünfzig schwerbeladene Wagen von der Stelle zu bewegen. Und als seine Freunde das bezweifelten, schlug er ihnen eine Wette um tausend Goldstücke vor.
Am Tag der Erfüllung belud er die fünfzig Wagen mit Steinen und Kies und band sie mit Riemen aneinander. Dann badete er seinen Stier, gab ihm reichlich Futter und spannte ihn vor den vordersten Wagen. Er selbst ergriff eine Geißel, schwang sie dem Stier um die Ohren und schrie: "Vorwärts, du Schelm; hü, du Fauler!" Der Stier aber dachte: "Wie spricht mein Herr zu mir? Noch nie gab er mir so böse Worte!" Und er stellte seine vier Füße unbeweglich hin wie Säulen und rührte sich nicht von der Stelle. Da lachten die Freunde den Landmann aus, und er hatte die Wette verloren.
Als er kummervoll neben dem Stier heimschritt, sprach dieser: "O Herr, habe ich dir jemals einen Schaden zugefügt? Habe ich nicht deinen Besitz vermehrt, und war ich nicht fleißig und gehorsam? Warum gibst du mir nun heute so harte Worte und schwingst die Geißel über mir? Wette morgen noch einmal und sei gütig mit mir wie sonst, so wirst du deine Freude erleben!"
Und als am anderen Tage der Bauer den Stier wiederum vor die fünfzig Wagen gespannt hatte, da legte er ihm einen Kranz von Blumen um die Hörner und rief ihm zu: "Hü! mein Freund; zieh, Lieber!"
Da bewegte der Stier die fünfzig Wagen mit einem Ruck und brachte den hintersten Wagen dorthin, wo der vorderste gestanden war.
So gewann der Bauer seine tausend Goldstücke zurück und die Anhänglichkeit eines guten Tieres.

Aus einem Buch "Das gute Wort"
In Indien haben Rinder einen ganz besonderen Status und gelten als heilige Tiere.

Heilige Kuh



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Himmel und Hölle

Ein Mann, sein Pferd und sein Hund wanderten eine Straße entlang. Als sie nahe an einem riesigen Baum vorbeikamen, erschlug sie ein Blitz, alle drei. Doch der Mann bemerkte nicht, dass sie diese Welt bereits verlassen hatten, und wanderte mit seinen beiden Tieren weiter. Manchmal brauchen die Toten etwas Zeit, bis sie sich ihrer neuen Lage bewusst werden…"
„Die Wanderung war sehr weit, führte bergauf und berab, die Sonne brannte, und sie waren verschwitzt und durstig.
An einer Wegbiegung sahen sie ein wunderschönes marmornes Tor, das zu einem mit Gold gepflasterten Platz führte, mit einem Brunnen in der Mitte, aus dem kristallklares Wasser floss.
Der Wanderer wandte sich an den Mann, der das Tor bewachte.
"Guten Tag."
"Guten Tag", entgegnete der Wächter.
"Ein wunderschöner Ort ist das hier, wie heißt er?"
"Hier ist der Himmel."
"Wie gut, dass wir im Himmel angekommen sind, denn wir haben großen Durst."
"Sie können gern hereinkommen und soviel Wasser trinken, wie Sie wollen", sagte der Wächter und wies auf den Brunnen.
"Mein Pferd und mein Hund haben auch Durst."
"Tut mir leid", sagte der Wächter. "Tieren ist der Zutritt verboten."
Der Mann war enttäuscht, weil sein Durst groß war, aber er wollte nicht allein trinken. Er dankte dem Wächter und zog weiter. Nachdem sie lange bergauf gewandert waren, kamen sie an einen Ort mit einem alten Gatter, das auf einen mit Bäumen gesäumten Weg aus gestampfter Erde ging. Im Schatten eines der Bäume lag ein Mann, den Hut in die Stirn gedrückt, und schien zu schlafen.
"Guten Tag", sagte der Wanderer.
Der Mann nickte.
"Wir haben großen Durst, mein Pferd, mein Hund und ich."
"Dort zwischen den Steinen ist eine Quelle", sagte der Mann und wies auf die Stelle. "Ihr könnt nach Lust und Laune trinken."
Der Mann, das Pferd und der Hund gingen zur Quelle und stillten ihren Durst.
Der Wanderer dankte abermals.
"Kommt wieder, wann ihr wollt", antwortete der Mann.
"Wie heißt übrigens dieser Ort?"
"Himmel."
"Himmel? Aber der Wächter am Marmortor hat mir gesagt, dass dort der Himmel sei."
"Das war nicht der Himmel, das war die Hölle."
Der Wanderer war verwirrt. "Ihr solltet verbieten, dass sie euren Namen benutzen! Diese falsche Auskunft wird viel Durcheinander stiften!"
"Auf gar keinen Fall. In Wahrheit tun die uns einen großen Gefallen. Denn dort bleiben alle, die es fertig bringen, ihre besten Freunde im Stich zu lassen."

(von Paulo Coelho)



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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 22.03.2010, 14:36 
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Der Freund

Meine Welt ist klein, zu klein. Dabei war sie es nicht immer. Doch, ich erinnere mich. Es war schön früher, wenn ich durch das Wasser schoss. Nach oben springend und nach unten tauchend. Tief tauchend. 500 Meter und doch stieß ich an keine Balken. Die Welt stand mir offen. Nicht, dass ich dies geschätzt hätte. Ich kannte es nicht anders, niemand kannte es anders. Wenn ich mich unterhielt mit meinen Eltern, meinen Geschwistern, meinen Kameraden war das nie Thema. Wie sollte es auch? „Grenzen“ - hierfür hatten wir nicht einmal ein Wort.

Oh, sie bemühen sich hier. Ich bin sicher, sie mögen mich sogar. Das Wasser ist ideal für mich. Kennt ihr das, wenn etwas ideal ist? Nein? Habt ihr noch nie etwas ideales erlebt? Dann müsst ihr glücklich sein. Ideal ist fad, langweilig, immer gleich, ohne jegliche Überraschung. Wenn ich schwamm, durchaus 100 Kilometer am Tag, veränderte sich das Wasser, wurde salziger, kälter. Manchmal begegneten wir auch großen, hohen, majestätischen Tieren, mit einer Haut viel härter als der Beckenrand hier, die in gerader Linie unbeirrt ihre Bahnen zogen. Wir wollten mit ihnen spielen, aber sie reagierten nicht. Wahrscheinlich waren sie blind. Manchmal glitt hinten raus eine merkwürdige Flüssigkeit, die sicherlich nicht gesund war. Wie sehr vermisse ich diesen Geschmack! Wie ich etwas vermissen kann, was mir nicht gut tut? Ja, könnt ihr das nicht verstehen? Es war draußen! Es war in Freiheit! Es war dort, wo ich glücklich war! Es war ungesund und gefährlich und wir haben es alle gehasst und sind schnell davon weg geschwommen, aber es war der Geschmack vom Leben. Auch wenn er ungesund war. Hier ist nichts ungesundes. Hier ist kein Leben.

Ob ich einsam bin? Ich weiß es nicht. Es ist nicht die Einsamkeit, die ich beklage. Um mich herum sind drei meiner Art. Manchmal höre ich auch von ferne Geräusche, die von vielen Menschen zu kommen scheinen. Was sie wollen ist mir unklar. Aber ist das alles? Drei meiner Art und immer die gleichen drei. Eine Schicksalsgemeinschaft in der Gefangenschaft. Niemand von meinen Eltern, Geschwistern, Freunden. Und manchmal waren es unzählige, vielleicht 1.000. Und man traf immer wieder welche, von denen man glaubte, man hätte sie aus den Augen verloren. Dann kamen sie zurück und hatten – und hatten... Ich mag nicht darüber reden.

Aber ich will ehrlich sein. Ich will euch alles sagen und da gehört auch dies dazu. Sie hatten Kälber. Was für ein Erlebnis war es, wenn die Mutter mit ihrem ersten Pfiff ihre Erkennungsmelodie an ihr Junges weitergab! Wird jemals jemand meinem Pfiff so lauschen? Hier gab es noch kein Kalb in all den langen Jahren nicht. Ich werde nie ein Kalb gebären, werde nie fühlen, wenn sich Leben in mir regt. Kein Leben außerhalb von mir. Kein Leben in mir. Kein Leben. Nirgends.

Ob ich Kälber wollen würde? Wie sollte ich keine Kälber wollen? Wie sollte ich Kälber wollen? Kann ich ihnen diese sterile enge Welt antun? Ich würde wollen, dass sie glücklich sind. Aber wie könnten sie hier glücklich sein. Könnten sie es, wenn sie nichts als diese leblose Enge kennen würden? Wenn sie nichts von der Tiefe, den 1000 Artgenossen wissen würden? Man kann sich an alles gewöhnen. Und sie müssten sich noch nicht einmal an etwas gewöhnen.

Nein, aufgegeben habe ich mich nicht. Ich spiele weiter und die Menschen freut es. Es ist der einzige Spaß, den ich habe. Und sie ernähren mich ja auch gut. Ein immer gedeckter Tisch. Sorgen um die Nahrung brauche ich mir nicht zu machen. Aber mir fehlt auch die Jagd. Es ist herrlich, wenn die ganze Schule als einer Art Kooperative, einen Fischschwarm umkreist, wenn wir die Angst in deren Augen sehen, unsere Macht und Einheit feiern und dann endlich zupacken, um unseren Hunger zu stillen. Verachtet ihr mich jetzt? Wusstet ihr denn nicht, dass ich kein Spielzeug sondern ein Raubtier bin?

Habt ihr nicht eure Mythen, in denen ihr mich verehrt? Ist dies Becken, diese Zurschaustellung euer Zeichen von Ehrerbietung. Nun, auf diese Ehre kann ich gern verzichten.

Warum lasst ihr uns nicht einfach in Ruhe? Was wollt ihr eigentlich im Ozean? Das ist nicht eure Welt. Das ist unsere Heimat. Wir gehen ja auch nicht aufs Land. Wie würde das auch aussehen? Aber sieht es besser aus, wenn ihr euch im Schwimmen versucht? Gewiss nicht.

Ach so, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Verzeiht mir, aber man verlernt hier so einiges. Ich bin's, Flipper! Euer bester Freund.

Was tut ihr eigentlich euren Feinden an?

(Ralf Henrichs)



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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 22.03.2010, 14:43 
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Regenbogenbrücke
(Verfasser ist leider nicht bekannt)
An einer Stelle der Ewigkeit gibt es einen Platz, den man die Regenbogenbrücke nennt.
Wenn ein Tier stirbt, das eng mit jemandem zusammengelebt hat, begibt es sich zu dieser
Regenbogenbrücke. Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere speziellen Freunde,
damit sie laufen und zusammen spielen können. Es gibt eine Menge Futter und Wasser
und Sonnenschein und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden.
Alle Tiere, die einmal krank waren, sind wieder heil und stark, so,
wie wir uns an sie in unseren Träumen erinnern, wenn die Zeit vergeht.
Die Tiere sind glücklich und haben alles, außer einem kleinen bißchen;
sie vermissen jemanden bestimmtes, jemanden, den sie zurückgelassen haben.

Sie alle laufen und spielen aber der Tag kommt, an dem eines sein Spiel plötzlich
unterbricht und in die Ferne schaut. Die hellen Augen sind aufmerksam,
der Körper ist unruhig. Plötzlich trennt es sich von seiner Gruppe,
fliegt förmlich über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller.
Noch bist Du wie ein Punkt in der Unendlichkeit, doch wenn Du und Dein Freund
sich dann endlich treffen, gibt es nur noch Wiedersehensfreude, die nicht enden will.
Die glücklichen Küsse regnen über Dein Gesicht, Deine Hände streicheln wieder
über den geliebten Kopf und Du siehst einmal mehr in die treuen Augen Deines Tieres,
die Du lange nicht mehr gesehen, die Du aber niemlas aus Deinem Herzen gelassen hast.

Dann geht Ihr zusammen über die Regenbogenbrücke.

Hoffen wir nicht alle, daß es so ist?

Christa



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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 04.04.2010, 16:30 
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Hunde und Tierfreunde im Himmel


Ein alter Mann und sein Hund spazierten einen schmutzigen Weg entlang , auf beiden Seiten des Weges waren Zäune . Sie kamen zu einer Türe im Zaun und schauten in das Grundstück .Dort gab es schöne Wiesen und Waldstücke , genau so wie es ein Jagdhund und der Jäger lieben . Jedoch stand auf dem Schild „ Durchgang verboten „ - daher gingen sie weiter .

Sie kamen an ein schönes Tor , in welchem eine Person in weißer Robe stand ; „ Willkommen im Himmel „ sagte diese .
Der alte Mann war glücklich und wollte geradewegs mit seinem Hund eintreten ; doch der Türwächter stoppte ihn . „ Hunde sind nicht erlaubt ; es tut mir Leid , aber der Hund darf nicht mit Ihnen hereinkommen .“ -- „ Was ist denn das für ein Himmel , wo Hunde nicht erlaubt sind ? Wenn ER nicht mit hinein darf , dann bleibe ich mit ihm draußen . Er hat mich sein Leben lang begleitet , da kann ich ihn doch jetzt nicht einfach zurücklassen ! „

„ Sie müssen wissen , was Sie tun – aber ich warne Sie , der Teufel ist auf diesem Weg und wird versuchen , Sie zu überreden , bei ihm einzukehren . Er wird Ihnen alles versprechen – aber auch bei ihm sind keine Hunde erlaubt . Wenn Sie Ihren Hund jetzt nicht hier zurücklassen , dann bleiben Sie bis in alle Ewigkeit auf diesem schmutzigen , steinigen Weg .“

Der alte Mann ging weiter mit seinem Hund . Sie kamen an einen heruntergetrampelten Zaun ohne Tor , lediglich mit einem Loch . Ein alter Mann stand drinnen . "„Entschuldigen Sie bitte , mein Hund und ich sind sehr müde ; macht es Ihnen etwas aus , wenn wir reinkommen und uns etwas in den Schatten setzen ? "
„ Aber nein – kommen Sie ruhig herein , dort unter dem Baum ist auch Wasser . Machen Sie es sich ruhig bequem ! „
„ Haben Sie wirklich nichts dagegen , wenn ich meinen Hund mit hereinbringe ? Ein Mann dort unten auf der Straße sagte mir , daß Hunde nirgends erlaubt sind .“
„ Ja , würden Sie denn hereinkommen , wenn Ihr Hund draußen bleiben müßte ? „
„ Nein , mein Herr , darum bin ich auch nicht den Himmel gekommen , nachdem dort Hunde nicht willkommen sind ; da bleibe ich lieber bis in alle Ewigkeit auf dem steinigen Weg .
Aber mit etwas Wasser und Schatten wären wir schon zufrieden . Ich komme auf keinen Fall herein , falls mein Hund und Freund draußen bleiben muß . „
Der Mann lächelte und sagte : „ Willkommen im Himmel ! „

„ Sind Sie sich sicher , daß hier der Himmel ist , und daß Hunde erlaubt sind ? Wie kommt der Mann da unten denn zu der Aussage , daß Hunde im Himmel NICHT erwünscht sind ? „
„ Das da unten war der Teufel , der alle Leute zu sich holt , die ein komfortables Leben haben möchten und dafür bereit sind , auf den Begleiter Ihres Lebens zu verzichten .
Diese finden dann schon bald heraus , daß ihre Entscheidung ein riesengroßer Fehler war – aber dann ist es zu spät .
Die Hunde kommen hierher , die schlechten Menschen aber bleiben dort beim Teufel . Gott würde es nie erlauben , daß Hunde aus dem Himmel verbannt werden .
Denn er erschuf sie , um Menschen im Leben zu begleiten ; warum sollte er daher die beiden im Tod trennen ? „



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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 12.04.2010, 18:51 
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Abo und Suki - Dingos im Haus


Wir hatten sie Abo und Suki getauft, die beiden zehnwöchigen Dingo-Geschwister aus dem Nürnberger Tiergarten. Schon der Transport der beiden australischen Wildhund-Welpen war abenteuerlich. Fast hundert Kilometer weit kämpften wir uns mit dem Wagen durch einen nächtlichen Schneesturm. Doch schnell war die abenteuerliche Heimfahrt vergessen: ein Traum war in Erfüllung gegangen, wir hatten nun endlich die ersehnten Dingos!

Noch ahnten wir nichts von dem, was uns noch bevorstehen sollte. Vierundzwanzig Stunden später hatte das muntere Geschwisterpärchen bereits von unserem Haus Besitz ergriffen. Eine geradezu umwerfende Neugier trieb sie zu rastloser Arbeit - es musste alles untersucht werden, was das obere Stockwerk zu bieten hatte. Zum Glück erschien ihnen die steile Treppe nach unten unheimlich, da wagten sie sich - noch nicht - herab.

Dieser Umstand ermöglichte es uns, nach und nach unsere Habe aus dem Gefahrenbereich ihrer Zähne zu bringen. Neben Auge und Nase gehören die Zähne nämlich zu den wichtigsten Untersuchungswerkzeugen eines Dingos. Es spielt dabei übrigens keine Rolle, ob er noch sehr jung oder schon erwachsen ist, diese tiefverwurzelte, das ganze Wesen bestimmende Neugier hält sein ganzes Leben an. Und was die kleine, spitzen Milchzähne der Welpen nicht kleinkriegen, holen später die kräftigen Dauerzähne nach, denn die Backenmuskulatur eines Dingo ist gewaltig!

Wenn sich diese Neugier mit Intelligenz paart, gibt es einfach keine Schranken. So hatte ich die schweren Lexika auf einem fast zwei Meter hohen Wandbord aufgestellt. Schon lange hatten die wissensdurstigen Junghunde nach diesen Bänden geschielt, konnten sie aber nicht erreichen. Bis eines Tages, nach einem Besuch, ein Sessel dicht davorstand.

Während wir die Freunde nach unten begleiteten und verabschiedeten, erkannten die klugen Hunde ihre Chance. Wir hörten ein Poltern und liefen die Treppe hoch. Sie hatten bereits acht Bände herabgeworfen! Auf dem freigewordenen Regal stand Abo und winkte freundlich mit der Rute herab.

Ein gewöhnlicher Hund wäre sofort schuldbewusst herabgesprungen - nicht so ein Dingo. Dazu ist er viel zu selbstbewusst. Abo liess sich herabheben und schleckte mir freundlich das Gesicht. Er lang überhaupt gern in meinen Armen, kam sich aber erst so richtig erhaben vor, wenn er auf meinen Schultern liegen konnte. Dies erschien ihm als der vornehmste Platz, den sich ein Dingo erobern konnte.

Abo und Suki waren bei aller rührenden Anhänglichkeit durchaus frei von Komplexen. Schimpfte man sie wegen eines Vergehens, sahen sie einen nur höchst erstaunt von der Seite an, als wollten sie sagen: "Wieso regt sich der denn so auf?"

Eines Tages wagten wir uns für einen Nachmittag fort und sperrten zur Sicherheit die Dingos in einem bereits weitgehend geleerten Zimmer ein. Als wir zurückkamen, empfingen sie uns voll Freunde im Flur. Es muss ihnen offenbar zu langweilig geworden sein, und so hatten sie kurzerhand - wohl in Gemeinschaftsarbeit - die eine Ecke der Tür zum Flur weggenagt.

Das ist für einen Dingo ein kleiner, fröhlicher Scherz. Übrigens war auch ein unter Strom stehendes Kabel glatt durchgebissen worden - es sah aus wie mit einer Rasierklinge durchtrennt. Ich würde niemandem raten, dies mit einer Schere nachzuahmen!

Man kann Wildhunde wirklich nicht ohne Aufsicht im Haus lassen. Deshalb richteten wir den ehemaligen Kuhstall des Bauernhofs als Aufenthaltsraum für die Dingos ein. Dort hatten sie viel Platz zum Herumtoben, wenn wir weg mussten oder keine Zeit für sie hatten. Bald hatte Abo jedoch herausgefunden, wir die schwere Tür aufzumachen ist. Ich sah ihn um das Haus rasen, zielstrebig zu den Hühnern des Nachbarn, die er durch das Kuhstallfenster beobachtet hatte. Eine Minute später legte er mit stolz eines dieser Hühner zu Füssen, offensichtlich Lob erwartend.

Also wurde die Tür besser verriegelt. Und Abo "musste" das nächste Mal eben durch das geschlossene Fenster springen - Glas gibt ja nach! Das hat innerhalb weniger Minuten wider fünf Hühnern in einem anderen Hof das Leben gekostet. Und mich eine Menge Geld.

Ich habe in der Zwischenzeit noch mehr Dingos im Haus zu halten versucht. Ich würde sagen: sie sind ungewöhnlich liebenswürdige und sehr anschmiegsame Hunde. Aber im Haus - nein! Bei aller Liebe - es geht einfach nicht.


Von Eberhard Trumler, der das Verständnis für Verhaltensforschung an Hunden in Deutschland populär machte.



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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 28.06.2011, 17:42 
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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 28.06.2011, 19:26 
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Mein Haustier: " Benny" Golden Retriever - Dackelmix, Heimkind und Wandergeselle bis er mit 2 Jahren zu uns kam. Nun ist er 9 Jahre alt.
Skype: Benny15381
Der Seestern

Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand entlang ging, sah er vor
sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und ins Meer warf. Nachdem er
ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er das denn tue. Die
Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden, wenn sie bis
Sonnenaufgang hier liegen bleiben.
„Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang und tausende von
Seesternen liegen hier,“ erwiderte der Alte. „ Was macht es also für einen
Unterschied, wenn Du Dich abmühst?“
Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die
rettenden Wellen. Dann meinte er:
„Für diesen hier macht es einen Unterschied!“


Liebe Grüße Kalli



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Was schadet es dem Menschen, wenn man dem Tier zuerkennt was ihm gebührt, also Verstand.
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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 23.02.2012, 21:09 
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Es gibt wunderschöne Geschichten, die sich die Aboriginies erzählen und an die sie glauben.

Warum der Rabe schwarz ist und der Kakadu so komisch läuft....

Es war einmal ein Vogelmann, der hatte eine Rabenfrau. sie waren glücklich seit Jahren liiert. Aber bei den Aboriginies darf ein Mann mehrere Frauen haben, so holte sich der Vogelmann nach einiger Zeit noch eine Kakadufrau. der Vogelmann beschäftigte sich viel mehr mit der Kakadufrau, sodass die Rabenfrau eifersüchtig wurde. Als ein bisschen Zeit vergangen war, wurde die Kakadufrau auch noch schwanger. Die Rabenfrau fragte sich warum sie nicht schwanger sei, aber die andere Frau, und so wurde sie rasend vor eifersucht. Als die Kakaudufrau länger schwanger war und sich nicht mehr so gut fortbewegen konnte, war es die Aufgabe der Rabenfrau sich um die Kakadufrau zu kümmern. Diese war jedoch so eifersüchtig, dass sie der Kakadufrau die Beine brach und sie dann alleine ließ. Nach einiger Zeit wunderte sich der Vogelmann, dass er nichts mehr von seiner Kakadufrau hörte und ging zu ihr ins Zelt (eigentlich war es verboten für ihn in das Zelt zu gehen, aber er sorgte sich so sehr). Dort fand er die Kakadufrau tot liegen. Er wusste natürlich sofort, dass es die Rabenfrau war und zur Strafe verbrannte er diese. Danach war der Mann sehr einsam, da er keine Frau mehr hatte.

Den jungen Aboriginiemännern wird die Geschichte erzählt, damit sie all ihre Frauen gleich behandeln und den Aborigeniefrauen, damit diese nicht unüberlegt aus Eifersucht handeln.

Also: Rabe = schwarz, da er verbrannt wurde.
Kakadu = läuft komisch, wegen der gebrochenen Beine.



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 Betreff des Beitrags: Re: Tiergeschichten
BeitragVerfasst: 16.02.2014, 11:19 
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Der Weg zum Himmel

Ein Mann, sein Pferd und sein Hund wanderten eine Straße entlang. Als sie
nahe an einem riesigen Baum vorbeikamen, erschlug sie ein Blitz, alle drei.
Doch der Mann bemerkte nicht, dass sie diese Welt bereits verlassen hatten,
und wanderte mit seinen beiden Tieren weiter.
Manchmal brauchen die Toten etwas Zeit, bis sie sich ihrer neuen Lage bewusst werden..."
Die Wanderung war sehr weit, führte bergauf und bergab, die Sonne brannte, und sie waren verschwitzt und durstig. An einer Wegbiegung sahen sie ein wunderschönes marmornes Tor, das zu einem mit Gold gepflasterten Platz führte, mit einem Brunnen in der Mitte, aus dem kristallklares Wasser floss.
Der Wanderer wandte sich an den Mann, der das Tor bewachte.
"Guten Tag."
"Guten Tag", entgegnete der Wächter.
"Ein wunderschöner Ort ist das hier, wie heißt er?"
"Hier ist der Himmel."
"Wie gut, dass wir im Himmel angekommen sind, denn wir haben großen Durst."
"Sie können gern hereinkommen und soviel Wasser trinken, wie Sie wollen",
sagte der Wächter und wies auf den Brunnen.
"Mein Pferd und mein Hund haben auch Durst."
"Tut mir leid", sagte der Wächter. "Tieren ist der Zutritt verboten."
Der Mann war enttäuscht, weil sein Durst groß war, aber er wollte nicht
allein trinken. Er dankte dem Wächter und zog weiter. Nachdem sie lange
bergauf gewandert waren, kamen sie an einen Ort mit einem alten Gatter, das
auf einen mit Bäumen gesäumten Weg aus gestampfter Erde ging. Im Schatten
eines der Bäume lag ein Mann, den Hut in die Stirn gedrückt, und schien zu
schlafen.
"Guten Tag", sagte der Wanderer.
Der Mann nickte.
"Wir haben großen Durst, mein Pferd, mein Hund und ich."
"Dort zwischen den Steinen ist eine Quelle", sagte der Mann und wies auf die
Stelle. "Ihr könnt nach Lust und Laune trinken."
Der Mann, das Pferd und der Hund gingen zur Quelle und stillten ihren Durst.
Der Wanderer dankte abermals.
"Kommt wieder, wann ihr wollt", antwortete der Mann.
"Wie heißt übrigens dieser Ort?"
"Himmel."
"Himmel? Aber der Wächter am Marmortor hat mir gesagt, dass dort der Himmel sei."
"Das war nicht der Himmel, das war die Hölle."
Der Wanderer war verwirrt. "Ihr solltet verbieten, dass sie euren Namen
benutzen! Diese falsche Auskunft wird viel Durcheinander stiften!"
"Auf gar keinen Fall. In Wahrheit tun die uns einen großen Gefallen. Denn
dort bleiben alle, die es fertig bringen, ihre besten Freunde im Stich zu
lassen."

Autor Unbekannt



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