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 Betreff des Beitrags: Sagen und Legenden
BeitragVerfasst: 06.01.2009, 22:47 
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Die Schöpfung


Hoch über Tya, der schlafenden Erde, thronte Baiame, der mächtige Himmelsgott. Sein gewaltiger Leib aus glänzendem Kristall ruhte auf steinernen Säulen, und in der Dunkelheit war Yih, die Sonne, in einen tiefen Schlummer versunken.
Die Welt lag starr vor Kälte, über dem öden Land lastete eine lähmende Stille. Aus der nackten Erde ragten allein die kahlen Gerippe der Berge empor, in deren zerklüfteten Höhlen die künftigen Lebewesen ihrer Vollendung entgegendämmerten.
Endlose Zeit verging, da tönte die Stimme des Vatergottes durch den Raum: "Steig hinab und rufe die Geschöpfe ins Leben nach meinem Willen. Erwecke zuerst die Gräser, Pflanzen und Bäume, dann bringe die Insekten, Fische, Reptilien, die Schlangen, Vögel und alles vierbeinige Getier hervor!"
Yih erwachte. Ihr Atem ließ die erfrorene Luft erzittern, aus ihren leuchtenden Augen brach ein heller Lichtstrahl hervor, der die junge Göttin mit gleißendem Feuer umhüllte. Langsam stieg sie zur Erde hinab, da wo sich die große Nullarborebene im Süden erstreckt.
Von hier reiste Yih in alle Richtungen des Windes, doch immer wieder führte der Weg zum selben Ausgangspunkt zurück. Die Dunkelheit wich ihrem Glanz, aus ihren Fußstapfen sprossen die Kräuter und Pflanzen, bis schließlich die ganze Welt in neuem Wachstum erblühte. Müde mußte die Sonnenmutter eine Weile rasten. Die Vielfalt ihrer Geschöpfe aber, die zartesten Gräser und die mächtigsten Bäume lebten in Frieden miteinander. Abermals erhob sich die Stimme: "Nun setze das Werk fort und erleuchte das dunkle Innere Tyas."
Yih durchwanderte die kalten unterirdischen Räume, die sie mit ihrem wärmenden Licht erfüllte. Bald schon krochen aus Höhlen und Spalten die unübersehbaren Scharen der Insekten hervor, schillernd in den verschiedensten Farben, von mannigfaltiger Größe und Gestalt. Nach allen Seiten schwärmten die Lebewesen und überzogen das grünende Gewand Tyas mit ihrem bunten Gewimmel.
Die Sonnenmutter bestieg den Gipfel des höchsten Berges, um sich an der Schöpfung Baiames zu erfreuen. Von dort trug sie ein brausender Wind in die entferntesten Gegenden der Erde, bis sie wieder auf die steinige Nullarborebene zurückkehrte. Hier ruhte Yih eine Zeitlang, ihr helles Feuer aber strahlte ohne Unterlaß, denn damals kannte die Welt noch keine Nacht.
Viele Male befolgte die Sonne die Weisung des Himmelsgottes. Vor ihrer Wärme schmolz das Eis der Höhlen, und aus dem Schoß der Erde ergoß sich ein unaufhörlicher Lebensstrom ans Tageslicht. Schlangen und Echsen krochen auf ihren blanken Bäuchen, buntgefiederte Vögel flatterten durch die Lüfte, und muntere Vierbeiner bevölkerten den Busch. Auch klares Wasser sprudelte aus der Tiefe hervor, bewohnt von glitzernden, zappelnden Fischen.
Voller Freude betrachtete die junge Göttin ihr Werk. Ein letztes Mal trug sie der Sturmwind im sausenden Flug davon, dann zog sie nach Westen und verschwand aus den Augen der Welt.
Eine große Dunkelheit brach über die Erde herein. Ängstlich drängten sich die Geschöpfe zusammen, doch bald schon leuchtete im Osten wieder das strahlende Antlitz der Sonnenmutter.
Oft noch wiederholte sich dieser Vorgang, bis alle Lebewesen an den Wechsel von Tag und Nacht gewöhnt waren. Bei Tageslicht gingen sie ihren Beschäftigungen nach, des nachts aber schliefen sie in Erdlöchern oder im Schutz der dichten Bäume. Selbst die bunten Blumen verschlossen im Dunkeln die Kelche, allein die Akazien hielten die ganze Nacht ihre zarten Blütenblätter geöffnet, weil sie fürchteten, in der Finsternis ihre Schönheit zu verlieren. Mit Tagesanbruch verkündete das fröhliche Gezwitscher der Vögel die nahende Sonne, und in der frühen Morgendämmerung stiegen die Tautropfen zum Himmel empor, um Yih zu begrüßen.
Lange Zeit verging, die Tiere und Pflanzen verbreiteten sich über die Welt, da wurden die Geschöpfe unzufrieden mit ihrer Gestalt. Die Vierbeiner waren traurig, weil sie nicht fliegen konnten, die Fische wollten nicht mehr im Wasser leben, weil sie das warme Sonnenlicht vermißten, ja selbst die kleinsten Insekten begannen zu murren. Ringsumher wuchs die Verdrossenheit, und niemand hatte mehr Freude am Leben.
"Aus formlosen Wesen habe ich euch ins Leben gerufen", sprach sie. "Nun da ihr unzufrieden seid, so wählt selbst eure Gestalt."
Die Känguruhs, Kragenechsen, Fledermäuse und Fliegenden Füchse, die langschnäbeligen Pelikane, die schwerfälligen Beutelbären und quakenden Frösche, sie alle und noch viele andere mehr wünschten sich damals die Eigenschaften, die sie auch heute noch besitzen.
Die Fledermäuse wollten lieber Vögel sein, deshalb können sie fliegen, obgleich ihnen keine Federn wachsen. Der Seehund, der des trockenen Landes überdrüssig war, zog es vor, im Wasser zu wohnen. Die Eule erbat sich große leuchtende Augen, um im Dunkeln zu sehen. Dafür ist sie nun tagsüber fast blind und haust in hohlen Baumstämmen, weil sie das helle Sonnenlicht schmerzt. Der Koalabär schämte sich wegen seines langen struppigen Schwanzes, um den ihn die anderen beneideten, also blieb ihm nur noch ein jämmerlicher Stummel übrig. Seitdem ist er in Gesellschaft des Dingo immer etwas verlegen, wenn dieser zur Begrüßung mit seinem prächtigen Schweif wedelt. Sogar die winzigen Insekten brachten ihre seltsamen Wünsche vor, deshalb sehen manche von ihnen aus wie Rindenspäne, dürre Zweige oder trockene Grashalme.
"Ich will euch treue Wächter senden, die mein Kommen verkünden und in der Dunkelheit wachen", versprach die gütige Sonnengöttin, ehe sie Abschied nahm.
Als die Tiere in der Frühe erwachten, glänzte im Osten der helle Morgenstern. Kaum aber war Yih am Abend wie ein Feuerball hinter dem westlichen Horizont versunken, kaum hatte die Nacht ihren dunklen Schleier über die Erde geworfen, da beschritt der leuchtende Mond seine Himmelsbahn und tauchte alles in sein silbriges Licht.
So ordnete die Sonne die Dinge der Welt nach Baiames Weisung.

(Aborigines)



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BeitragVerfasst: 07.01.2009, 11:33 
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Die Steine der Tränen


Als zu Cuzco der Inka Mayta Capac herrschte, lebte in einer der abgelegensten Ortschaften seines unermeßlichen Reiches ein Silberschmied namens Apasanca. Da er in seinem Handwerk ungewöhnlich geschickt war, ein großer Künstler sogar, übergab ihm der Häuptling einen großen Barren Silber, damit er ihm ein paar schöne Geräte daraus fertige. Doch gleich in der ersten Nacht, noch ehe er mit der Arbeit begonnen hatte, drangen Diebe in sein Haus und stahlen den Silberbarren, obwohl Apasanca und zwei Hunde im selben Raume schliefen. Dieser Diebstahl bedeutete für den Silberschmied den Tod, denn für das Silber war er dem Häuptling haftbar mit seinem Leben, nach dem Gesetz des Landes. Und nichts hätte ihn vor der Wut des Häuptlings retten können.
Als er so verzweifelt dasaß und keinen Rat mehr wußte, als sich selber zu entleiben, da klopfte es an die Tür, und herein trat ein uraltes Weiblein.
"Hör mich an, mein Sohn", sagte sie. "Pacha mama, die alles sieht und hört, schickt mich her zu dir. Ich soll dich trösten und ich werde mit dir weinen. Dein Unglück ist auch mein Unglück." Und schon sank das Weiblein zu Boden und fing ganz schrecklich an zu weinen.
Der Silberschmied wußte nicht gleich, was er sagen sollte. Aber sein Erstaunen verwandelte sich plötzlich in ein freudiges Erschrecken. Denn er sah, daß die bitteren Tränen der alten Mutter in dem Augenblick, da sie die Erde berührten, zu lauterem Silber wurden.
Apasanca sammelte die schweren Silbertropfen hastig auf. Er konnte sie gar nicht so rasch aufheben, wie diese seltsame Frau die silbernen Tränen vergoß. Dreimal zwei Hände voll hatte der Schmied schon beisammen, als die Frau zu weinen aufhörte und sagte: "Ich glaube, mein Sohn, für heute hast du genug Silber, um morgen daran zu arbeiten. Sei fleißig und sorge dich nicht mehr. Morgen werde ich wiederkommen und dir neues Silber weinen. Und ich werde so lange kommen, bis die Menge wieder beisammen ist, die dir der Häuptling übergeben hat."
Als sich die alte, gebeugte Frau umwandte und die Hütte wieder verlassen wollte, stieg plötzlich das böse Blut Apasanca zu Kopf und verwirrte seine Sinne. Er warf sich auf die schwächliche Alte, schleuderte sie zu Boden, band ihr Hände und Füße mit festen Riemen und schlug mitleidlos auf sie ein.
Und die alte Frau, die von Pacha mama geschickt worden war, den Silberschmied zu trösten, krümmte sich vor Schmerzen und weinte bitterlich. Aber das hatte Apasanca nur gewollt in seinem Wahn und in seiner Gier nach dem Silber, weil alle Tränen der mißhandelten Frau sich in pures Silber verwandelten. Der rohe Schmied schlug so lange auf die Frau ein, bis ein Hügel von Silbertränen am Boden lag.
Ermüdet hielt Apasanca inne. Die Frau weinte nicht mehr: aus den Klauen dieses grausamen Menschen hatte sie der Tod erlöst - der Silberschmied war an ihr zum Mörder geworden. Er packte das zuschandengeschlagene Bündel und warf die Leiche in den Abgrund.
Zufrieden, daß ihm dies alles so glatt von Händen gegangen war, kehrte er in seine Hütte zu dem Silberhaufen zurück. Doch da durchzuckte es sein Herz wie ein Stich: was vordem eine Menge Silber gewesen war, hatte sich plötzlich zu einem harten Steinblock verwandelt, der wie Tränen schimmerte.
Da hielt es den Silberschmied nicht länger mehr in seiner Hütte. Er irrte durch die Berge und die tiefen Schluchten der Cordillere, jammernd und klagend, erfüllt von Wut und Verzweiflung.
Eines Nachts kam er, ohne daß es in seinem Willen lag, wieder in die Gegend seines Dorfes und mußte die Baumbrücke überschreiten, von der er die alte Frau, die seine leibhaftige Mutter gewesen war, in die Schlucht hinabgeworfen hatte. Und die Brücke brach unter ihm zusammen und ließ ihn in die nämliche Tiefe stürzen, zu den kochenden Stromschnellen, die sein Opfer begraben hatten.
Seine Hütte im Dorf aber zerfiel. Doch der schimmernde Steinblock blieb stehen. Er steht noch immer an der Landstraße, gleich den vielen anderen Apachetas in dieser Gegend, den Kristallblöcken, die der Pacha mama heilig sind, weil aus ihnen, bis auf den heutigen Tag, die Tränen des Mitleids und des tiefen Schmerzes einer Mutter schimmern.

(Quechua, Peru)



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BeitragVerfasst: 08.01.2009, 10:47 
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Warum die Frauen keine Bärte haben

Vor langer Zeit war Pupilla, der gefleckte Beutelmarder, ein großer Jäger und lebte in einem versteckten Erdloch am Flußufer.

Eines Tages kamen fremde Menschen herbei, um auf Fischfang zu gehen, und schlugen ihr Nachtlager in der Nähe der Marderhöhle auf. Pupilla, der am nächsten Morgen wie gewohnt durch den dämmrigen Busch streifte, fand die geknüpften Fischernetze unbewacht am Ufer liegen. Ohne zu zögern raffte er die Netze zusammen und verbarg sie tief unten in seinem Bau. Dann ließ er sich zufrieden am Eingang nieder und wartete ab.

Die Fremden, über den Verlust in große Bestürzung geraten, nahmen sogleich die Fährte des Diebes auf. Als sie die Höhle des gefleckten Räubers erreichten, sahen sie eines seiner zottigen Beine aus der Erde hervorragen. Vorsichtig schlichen die stärksten Männer näher heran, packten die klauenbewehrte Pfote und versuchten, den Marder unter Aufbietung aller Kräfte aus dem Loch zu zerren. Hin und her wogte der Kampf, bis es dem geschmeidigen Pupilla schließlich gelang, den harten Griffen der Jäger zu entkommen.

Fauchend brachte er sich in der Tiefe des Baus in Sicherheit und starrte nach oben in die wutverzerrten Gesichter der Männer und Frauen, die ihre Speere und Bumerangs nach ihm warfen. Der schlaue Marder würgte jedoch dicke Rauchwolken aus seinem weit aufgerissenen Maul hervor, die ihn unsichtbar machten und vor den tödlichen Waffen der Feinde schützten.

Dieser farbige Rauch aber stieg zum Himmel auf, wo er seither den prächtigen Regenbogen bildet.

Die beißenden Schwaden zwangen die Fremden, die Verfolgung aufzugeben, und niedergeschlagen kehrten sie ins Lager zurück. Sobald jedoch die Rauchwolken verzogen waren, ergriffen sie ihre Waffen und stürzten von neuem herbei.

Ein zweites Mal sah Pupilla die Köpfe der Feinde über den Rand der Höhle ragen. Alle hatten sie haarige struppige Gesichter, denn in der alten Zeit wuchsen selbst den Frauen dichte Bärte. Wieder prasselten die Speere und Wurfkeulen herab. Da stieß der grimmige Marder glühende Feuerzungen aus seinem Rachen, die wie Blitze nach oben schossen.

Die Männer hatten die auflodernden Flammen rechtzeitig bemerkt und sprangen im letzten Augenblick zurück. Die Frauen hingegen waren von dieser Tat Pupillas so beeindruckt, daß sie sich nicht schnell genug abwandten. Da wurden ihre Bärte auch schon von den feurigen Strahlen erfaßt und bis auf die Haut abgesengt, so daß die Haare nie mehr nachwachsen konnten. Deshalb tragen die Frauen auch bis zum heutigen Tage keine Bärte mehr.

Als die entsetzten Männer sahen, wie ihre Frauen und Töchter verunstaltet waren, schworen sie Pupilla blutige Rache und führten einen langen erbitterten Kampf gegen ihn. Zuletzt wußte der Marder sich nur noch dadurch zu retten, daß er weit nach Westen floh, immer der untergehenden Sonne entgegen.

Dort in der Fremde schlug er sein einsames Lager auf und lebte kärglich von Fladen aus gemahlenen Grassamen. Nach einiger Zeit beschloß Pupilla, in seine angestammten Jagdgründe zurückzukehren, um die Feinde zu bestrafen, die ihn vertrieben hatten.

So trat er eines Morgens den weiten Heimweg an, auf dem Rücken die Mahlsteine zum Zerreiben der harten Samenkörner. Den ganzen Tag über marschierte Pupilla in der glühenden Hitze, bis er am Abend bestürzt feststellen mußte, daß er genau an seinen Ausgangspunkt zurückgekommen war. In aller Frühe unternahm der Marder einen zweiten Versuch, nur um sich bei Einbruch der Dämmerung erneut müde und erschöpft am gleichen Ort wiederzufinden.

So geht es nun schon, seit die Geschichte von den Fischern und dem Beutelmarder erzählt wird. Jeden Morgen bricht Pupilla in seine heimischen Jagdgründe auf, aber die untergehende Sonne trifft ihn stets an der selben Stelle.

(Aborigines)



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BeitragVerfasst: 11.01.2009, 10:34 
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Die Neugierige

In einem Dorf war einmal eine sehr neugierige Frau. Jedesmal wenn sie irgendeinen Lärm hörte oder ein Geräusch, so unbedeutend es auch sein mochte, lief sie die Treppe hinunter, um zu sehen, was da vor sich ginge. Es machte ihr nichts aus, selbst um Mitternacht aufzustehen, wenn sie nur ihre Neugier befriedigen konnte.

Eines Nachts hörte sie wieder ein Geräusch, und sie dachte, daß auf dem Platz etwas vor sich gehen müsse. Sie stand auf und lief hinunter, und da sah sie, daß eine große Menge von Leuten die Straße vor ihrem Hause dahinzog. Sie blieb am Fenster, in der Erwartung, zu sehen, was es da gäbe. Und allmählich wurde ihr klar, daß es sich um eine Prozession handeln müsse. Alle Vorbeiziehenden stimmten schwermütige Weisen an, deren Worte die Neugierige freilich nicht verstehen konnte.

Als die Menge nah genug war, versuchte die Frau alles mögliche, um jemand von den Vorbeiziehenden zu erkennen, aber es gelang ihr nicht, denn die einen hatten - so schien es - keine Nasen, die andern keine Augen, die dritten keinen Mund. Die Neugierige erschrak, aber sie zog sich nicht zurück.

Unterdessen näherte sich ihr ein Mann mit einem Licht in der Hand, und das gab er ihr mit den Worten: "Wenn die Prozession zu Ende ist, dann lösch das Licht und verwahre es in einem Koffer!"

Die Frau machte es so, wie ihr gesagt worden war, aber sie war voll Angst. Und am nächsten Morgen ging sie zum Pfarrer des Dorfes und erzählte ihm, was sich zugetragen hatte. Der Pfarrer aber sagte ihr, es müsse sich um den Teufel gehandelt haben. Und damit er sie nicht mitschleppe, zur Strafe für ihre Neugier, müsse sie sich eine Anzahl von Säuglingen ins Haus holen, weiter Rosmarin und geweihte Palmzweige sowie etwas Weihrauch. Und er riet ihr, sie solle - wenn jener Mensch in der Nacht wiederkehre - den Weihrauch anzünden, den Rosmarin und die geweihten Palmzweige um sich legen und die Kinder weinen machen. Später solle sie sich mit einem Kind auf dem Arm ans Fenster begeben und das Licht mitnehmen, das nichts anderes war als ein Totenknochen.

Zitternd vor Furcht befolgte die Neugierige die Angaben, die ihr der Pfarrer gegeben hatte. Und genau um Mitternacht hörte sie wieder die Prozession vorbeigehen. Und es näherte sich auch wieder jener Mann und forderte von ihr das Licht zurück. Und dank der Kinder und der andern Mittel konnte sie der Teufel nicht mitnehmen.

Das war ein gutes Mittel, um die Frau von ihrer Neugier zu heilen.


(Ecuador)



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BeitragVerfasst: 14.01.2009, 16:03 
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Die einzige Frau

Vor langer Zeit lebten viele Leute im Nordland, aber es gab keine Frau unter ihnen. Man wußte nur von einem einzigen Weib, das weit im Süden lebte. Schließlich machte sich einer der jungen Männer im Norden auf und reiste gen Süden, bis er zum Haus der Frau kam, wo er blieb und bald ihr Mann wurde. Eines Tages saß er im Haus, dachte an die Heimat und sagte: "Ah, ich hab eine Frau, und der Sohn des Häuptlings im Norden hat keine!" Und er gefiel sich sehr in Gedanken an sein gutes Schicksal.

Indessen hatte sich der Häuptlingssohn auch daran gemacht, nach dem Süden zu reisen, und während der andere gerade so zu sich sprach, stand der Häuptlingssohn am Hauseingang und belauschte ihn. Er wartete am Eingang, bis drinnen alle eingeschlafen waren, kroch dann ins Haus, packte die Frau bei den Schultern und wollte sie wegschleppen.

Wie er den Ausgang erreichte, bemerkte ihn ihr Mann und erwischte seine Frau noch an den Füßen. Es kam zu einer Rauferei, welche damit endete, daß die Frau auseinandergerissen wurde. Der Dieb trug die obere Körperhälfte nach Hause ins Nordland, während der Gatte mit der unteren Hälfte seiner Frau zurückblieb. Jeder der beiden saß nun und versuchte, die fehlenden Teile aus Holz zu schnitzen. Nachdem sie ergänzt waren, wurde ihnen Leben eingehaucht, und so waren aus den Hälften einer Frau zwei Frauen gemacht.

Die Frau im Süden war allerdings eine schlechte Näherin, was sie der Plumpheit ihrer Holzfinger verdankte; dafür war sie eine gute Tänzerin. Die Frau im Norden war zwar in Näharbeiten gewandt, aber ihre hölzernen Beine machten sie zu einer sehr schwachen Tänzerin. Jede der Frauen vererbte an ihre Töchter diese Merkmale, so daß noch heute dieser Unterschied zwischen den Frauen des Nordens und denen des Südens besteht - was beweist, daß die Geschichte wahr ist.

(Inuit)



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Der Wein und der Teufel

Die Welt war schon erschaffen, und Gott schickte sich an, einen Weinberg anzulegen. Da fragte der Teufel: "Was tust du da?"
"Ich pflanze Weintrauben", sagte Gott, "es wird Zeiten geben, da braucht der Mensch Wein, damit es ihm wieder etwas besser geht."
"Hast du etwas dagegen, daß ich dir helfe?"
Gott dachte einen Augenblick nach.
"Was er wohl vor hat?" überlegte er. Na, was konnte schon Schlimmes passieren. Also antwortete er: "Von mir aus... du darfst helfen."
"Du wirst erstaunt sein, welche Hilfe du an mir hast", sagte der Teufel und machte sich augenblicklich an die Arbeit.
Zuerst tötete er eine Spottdrossel und ließ das Blut in die Reihen tropfen.
Dann tötete er einen Löwen und ein Schwein und sprengte ihr Blut aus von einem Ende des Weinberges bis zum anderen.
"Jetzt bin ich fertig", sprach er. "Jetzt können wir nichts anderes tun, als abzuwarten."
Alle wissen nur zu gut, was geschah.
Wenn die Menschen anfangen zu trinken, verspüren sie zuerst die Wirkung des Vogelblutes und fangen an zu singen. Trinken sie weiter, so kommt das Löwenblut zur Wirkung. Die Trinker fangen sich an zu streiten und zu schlagen. Trinken aber die Menschen immer noch weiter, beginnt auch das Schweineblut zu wirken, und die Zecher landen irgendwo in der Gosse.
Ay qué mala suerte!

(Mexico)



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BeitragVerfasst: 20.01.2009, 19:04 
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Der Teufelssee

In einem Dorf lebte einmal ein gewisser Alter mit Namen Pedro, und der hatte einen Sohn, der Juan hieß. Eines Tages, als Juan gerade zwanzig Jahre alt wurde, sagte zu ihm sein Vater: "Mein Sohn, ich habe ein Geheimnis so lange gehütet, bis du nun zwanzig Jahre alt geworden bist. Hinter dieser großen Ebene gibt es einen See, den man den Teufelssee nennt. Und mitten in diesem See steht ein Baum mit goldenen Äpfeln. Vor dem, der einen solchen Apfel pflückt, teilt sich das Wasser des Sees, und er erblickt einen prächtigen Palast."
Da fragte Juan seinen Vater: "Wer hat denn jenen Palast in den See versenkt?" - Und der Vater antwortete ihm: "Vor alten Zeiten gab es einen entarteten König, der sich nicht um sein Volk kümmerte; und zur Strafe überflutete der Teufel seinen Palast."
Am nächsten Tag machte sich Juan auf den Weg, um den Baum mit den goldenen Äpfeln zu suchen. Er wanderte durch die Ebene, und als er so mitten auf dem Weg war, hörte er plötzlich ein Gelächter. Er blickte sich nach allen Seiten um, aber er sah niemanden. Da kletterte er auf einen Baum, und auf dem Baum saß ein Vogel mit einem schönen Gefieder. Erneut hörte Juan ein Gelächter, und er fragte sich: "Wer ist das?"
Da sah er den Vogel, der mit den Flügeln schlug, und der mit einer lieblichen Stimme sagte: "Juan, habe keine Angst! Setze deinen Weg zum Teufelssee fort."
Da nahm Juan seinen Weg wieder auf, und er hörte erneut das Gelächter des Teufels, und er sprach bei sich: "Gott, gib mir Kraft!"
So ging es weiter, bis er endlich den Teufelssee erblickte, und in seiner Mitte sah er den Baum mit den goldenen Äpfeln.
Als er gerade einen Apfel pflücken wollte, erschien plötzlich ein Drache mit achtzehn Köpfen, um ihn zu fressen. Aber Juan sagte: "Mein Gott, verlaß mich nicht!"
Er nahm allen Mut zusammen, zog sein Schwert und stellte sich zum Kampfe. Als sich der erste Kopf zu ihm beugte, um ihn zu verschlingen, schlug er mit einem kräftigen Hieb ihn vom Rumpf. Und so kämpfte er weiter, bis er alle achtzehn Köpfe abgeschlagen hatte.
Dann pflückte er einen von den goldenen Äpfeln, und im gleichen Augenblick teilte sich das Wasser zu seinen Füßen, und es erschien ein herrliches Schloß. Er ging in das Schloß hinein und sah dort seinen Vater mit einem hübschen Mädchen. Und der Vater sagte zu ihm: "Wegen deiner Tapferkeit sollst du dieses Mädchen heiraten, und du wirst der König dieses Volkes werden."
So wurde Juan König jenes Volkes, und er lebte glücklich mit seiner geliebten Frau.

(Ecuador)



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Die Überschwemmung von Bogotá

In einer fernen, fernen Zeit, als die Erde noch keinen Mond hatte, lebten auf der Ebene von Bogotá Menschen ohne Kultur als Wilde. Sie kannten weder den Ackerbau noch Gesetz und Ordnung.

Eines Tages erschien bei den wilden Stämmen ein alter Mann, der aus der Ebene im Osten der Cordillere von Chingasa stammte. Er war von einer ganz anderen Rasse als die Wilden von Bogotá und hatte einen langen, dichten Bart. Dieser Greis hörte auf drei verschiedene Namen: Bochica, Nemquetheba und Zuhe. Er nahm sich um die Menschen an und brachte ihnen bei, nicht mehr nackt zu laufen, sondern sich zu kleiden, die Felder zu bestellen und Früchte zu ernten, Hütten zu bauen und in Gemeinschaft zu leben.

Der Alte brachte auch seine Frau mit, die ebenfalls drei Namen hatte: Chia, Yubecayguaya und Huythaca. Leider war diese Frau ebenso schön wie böse. Sie haßte die Menschen jener Gegend, und wenn ihr Gatte etwas erschuf, so zerstörte sie es oft wieder. Durch Zauberei ließ sie den Fluß Funzha so ansteigen, daß er das ganze Tal von Bogotá überschwemmte. Durch diese Flut ertranken die meisten der Menschen, die dort lebten, und nur wenige konnten sich auf die Gipfel der umliegenden Berge retten. Als das der Alte sah, wurde er sehr zornig auf seine Frau. Er verjagte sie von der Erde und bannte sie an den Himmel. Seit der Zeit hat die Erde den Mond, der in der Nacht leuchtet.

Der Greis Bochica aber wurde von Mitleid mit den Menschen ergriffen, die im Hochgebirge leben mußten; er zerschmetterte die Felsen, die das Tal von Bogotá auf der Seite von Canoas und Tequendama einschlossen, so daß durch diese Öffnung die Wassermassen abfließen konnten.

Dann führte er die zerstreuten Menschen wieder zusammen, baute ihnen Häuser und Städte, lehrte sie den Kult der Sonne, ernannte ihre Oberhäupter, je einen für die weltliche und für die geistliche Macht.

Dann zog sich der Greis unter dem Namen Idacanzas in das heilige Tal von Iraca zurück, wo er als Eremit viele tausend Jahre lebte.

(Kolumbien)



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Der Pujpatzá

Einmal kämpften die Zauberer von Tecpatán mit denen von Ostuacán, die auch Tzapasnos-Quiubay genannt wurden. Die Zauberer von Ostuacán beschlossen, Tecpatán zu zerstören, und alle Einwohner wollten sie im Wasser des Totopac Flusses, der am Rand der Stadt vorbeifließt, ertränken.

Sie schickten also einen Pujpatzá hin, einen Alligator, der sich aufblähen kann. Der Pujpatzá legte sich quer über das Flußbett und schwoll und schwoll, bis er so groß wie ein Gebirge war. Da stieg das Wasser immer mehr an, bis es in die Stadt geflossen kam, und die Menschen zu ertrinken drohten. Und niemand wußte, wie das zu erklären sei, denn von einem Pujpatzá hatten sie noch nie etwas gehört.

Die Zauberer von Tecpatán schickten Tiere aus, die sollten schauen, ob solch ein Alligator nicht auch eine schwache Stelle habe. Aber sie fanden nichts dergleichen. Die Eidechse, der kleine Fisch und die Enten gingen zu ihm hin und vermochten nichts zu entdecken. Auch sie hatten noch nie etwas von einem aufschwellenden Alligator gehört.

Da kam der Krebs und stieg ins Wasser. Er spazierte über die Felsen, und die Strömung trieb ihn gegen den Pujpatzá hin. Mit seinen Zangen tastete er des Tier Stück für Stück ab, bis er eine weiche Stelle gefunden hatte. Und es war die Stelle, wo die Hände und Füße beginnen, die Achseln.

Der Krebs war zufrieden und machte kehrt und sagte es den Zauberern. Und diese sprachen: "Wir wollen Feuer-Iguanas machen und so den Alligator töten."

Zu dieser Zeit bauten die Leute von Ostuacán, die auch Tzapasnos-Quiubay genannt werden, eine gewaltige Mauer, so daß die Leute von Ostuacán nicht nach Tecpatán gehen konnten, und die Leute von Tecpatán nicht nach Ostuacán. Die Leute von Tecpatán gruben Furchen in den Fels nahe dem Platz, der heißt El Azufre, wo schwefelhaltiges Wasser aus dem Boden tritt, und schleuderten die Feuer-Iguanas von dieser Stelle gegen die Mauer, um sie zu zerstören. Man berichtet: als die Feuer-Iguanas an die Mauer stießen, sei diese von den Tieren wie eine Feder aufgehoben und fortgetragen worden.

Nur ein kleiner Teil der Mauer ist stehengeblieben, und da sind heute noch Blutspritzer zu sehen. Danach setzte man die Feuer-Iguanas gegen den Alligator ein. Da man seine schwachen Stellen nun schon kannte, fiel es nicht schwer, mit ihm fertigzuwerden. Die Überschwemmung hatte ein Ende. Die Stadt war gerettet.

(Mexico)



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Das Lied von Quetzalcoatl

Quetzalcoatl wurde als Gott angesehen. Er wurde als Gott verehrt in alten Zeiten in Tula.
Sein Tempel war groß,
mit vielen Stufen,
mit engen Stufen.
Da lag er, das Gesicht verhüllt, riesig,
sein Gesicht wie ein großer Stein,
schwer, langbärtig.
Und sein Volk, die Tolteken, waren Künstler, sie schnitten in Stein, sie machten Federschmuck, sie waren Handwerker und hatten ihr Handwerk gelernt von Quetzalcoatl.
Dort in Tula stand sein grünes Steinhaus,
sein goldenes Haus,
sein Korallenhaus, sein Haus der Federn.
Nichts war weit für die Tolteken.
Sie waren schnell.
Man nannte sie "jene, die den ganzen Tag laufen,
ohne müde zu werden".
All die Tolteken waren reich.
Es gab keine Armen.
Und Quetzalcoatl tat Buße.
Er stach Dornen in sein Bein und ließ es bluten um zu büßen.

Dann wurden Quetzalcoatl und die Tolteken träge, und drei böse Zauberer, drei Dämonen kamen nach Tula: Huizilpochtli, Tlacahuepan und Titlacahuan.
Letzterer begann seinen Zauber.
Er verwandelte sich in einen alten Mann.
Sein Haar war weiß und silbern, er ging vornübergebeugt, und so kam er zum Palast Quetzalcoatls und verlangte, diesen zu sehen, aber sie ließen ihn nicht vor, er beharrte darauf.
Endlich gab Quetzalcoatl nach.
"Laßt ihn kommen. Ich warte schon lange auf ihn."
Und der alte Mann sagte: "Wie geht es meinem Enkel? Wie steht es um seine Gesundheit? Ich habe dir eine Medizin mitgebracht. Hier, trink sie."
Und Quetzalcoatl antwortete: "Komm her, Alter. Du bist erschöpft von der Reise. Ich habe schon lange auf dich gewartet."
Und der alte Mann antwortete: "Aufrichtig, wie steht es um deine Gesundheit?"
"Ich bin krank am ganzen Leibe. Nichts an mir ist gesund."
"Dann trink diese Medizin. Sie wird dich kurieren. Du wirst weinen, dein Herz wird bekümmert sein. Du wirst über den Tod nachdenken und dich fragen, wohin du gehst."
"Und wohin werde ich gehen, alter Mann?" fragte Quetzalcoatl.
"Zu Tollan-Tlapallan, wo ein gealterter Wächter auf dich wartet. Und ihr werdet zusammen sprechen, und wenn du zurückkommst, wirst du wieder ein Kind sein."
Das beeindruckte Quetzalcoatl, und der alte Mann drängte ihn: "Nun los, trink diese Medizin."
Quetzalcoatl weigerte sich, und der alte Mann redete ihm zu: "Wenn du schon nicht alles trinken willst, dann trink wenigstens etwas, koste nur ein bißchen."
Und Quetzalcoatl trank erst ein bißchen und dann stürzte er den Rest hinunter. "Was ist das für eine Medizin. Ich fühle mich viel besser. Der Schmerz ist fort. Wie kann man so rasch gesund werden?"
"Ach, trink nur mehr", drängte der alte Mann, "je mehr du trinkst, desto stärker wirst du."
Und er trank, bis er betrunken war.
Als er aufstand, raste sein Herz, und er merkte, daß der alte Teufel ihn hineingelegt hatte.
Er hatte ihm weißen Mague-Wein gegeben und ihn betrunken gemacht.

Dann verkleidete sich Titlacahuan in einen Fremden und ging, den Penis unverhüllt, über den Marktplatz und verkaufte grünen Pfeffer.
Er ging und saß nackt auf dem Marktplatz vor dem Palast, und als die Tochter des Uemac ihn nackt sah, entbrannte sie vor Verlangen.
"Was ist mit meiner Tochter geschehen? Was hat sie so erregt?" fragte Vemar das Weib, das seine Tochter hütete.
"Der Fremde, der grünen Pfeffer verkauft, hat sie so verrückt gemacht."
Und ihr Vater befahl: "O Tolteken, bringt den Pfefferverkäufer zu mir."
Sie sahen sich überall nach ihm um, zuerst auf dem Marktplatz, wo er anfangs aufgetaucht war.
Und als sie ihn fanden, berichteten sie es Uemac, und Uemac lud ihn ein und fragte ihn: "Wo kommst du her?"
"Ich bin ein Fremder", sprach Titlacahuan, "ich verkaufe grünen Pfeffer."
"Bedeck dich, zieh dir Kleider an."
"Dort, wo ich herkomme, kleidet man sich so."
"Du hast meine Tochter verrückt gemacht", sprach Uemac, "du mußt sie auch wieder kurieren."
"Wie meint ihr das, mein guter Herr", sprach der Fremde, "dann ist es schon besser, ihr bringt mich gleich um."
"Nein", sagte Uemac, "du wirst sie heilen."
Und sie richteten Titlacahuan das Haar, badeten, salbten und kleideten ihn, und als er fertig war, sagte Uemac zu ihm: "Geh dort hinein. Dies ist das Zimmer meiner Tochter."
Und er ging hinein, beschlief sie, und sie wurde geheilt, und der "Fremde" wurde des Häuptlings Schwiegersohn.

Aber die Tolteken waren zornig, daß Uemacs Tochter einen Fremden zum Manne genommen hatte. Sie spotteten und sprachen schlecht von ihr und von ihm, und der Häuptling ließ die Leute kommen und sagte: "Ich weiß, was ihr hinter meinem Rücken gegen mich zischelt, aber ich habe einen Plan. Geht hin und kämpft gegen Cacatepec und Coatepec und im Getümmel des Gefechts gebt ihn auf."
Also erklärten die Tolteken den Krieg mit der Absicht, ihn mitten im Kampf seinem Schicksal zu überlassen.
Und Titlacahuan zog in den Krieg mit all den Zwergen und Krüppeln.
Und Titlacahuan feuerte diese Armee von Buckligen und Zwergen an. "Habt keine Furcht. Wir werden sie schlagen. Ihr Schicksal wird sie ereilen."
Und der Rest der Armee überließ Titlacahuan wie verabredet seinem Schicksal und kehrte heim und meldete es Uemac, den freute das, denn er schämte sich seines Schwiegersohnes.
Nur: als Titlacahuan angegriffen wurde, konnte der Feind ihn nicht besiegen. Er besiegte den Feind. Er machte alle nieder und kam heim im Triumph. Da sprach Uemac: "Jetzt sind meine Tolteken zufrieden mit dir, mein Schwiegersohn. Gut gemacht und willkommen daheim!"

Jetzt arbeitete Titlacahuan darauf hin, die Tolteken von innen zu zerstören, und Quetzalcoatl war bekümmert, und er beschloß, die Stadt Tula aufzugeben.
Alles ließ er verbrennen: sein goldenes Haus und das Korallenhaus ... und er versteckte die anderen Schätze im Gebirge.
All den sagenhaften Reichtum von Tula versteckte er.
Er schickte fort die kostbaren Vögel und verwandelte die Kakaobäume in Mosquitos.
Und sie brachen auf über die Straße nach Anahuac.

Und er tat Wunder, während er diese Straße entlang ging: er weinte, und seine Tränen fraßen Löcher in den Stein, er saß auf einem Stein, und zurück blieb der Abdruck seiner Hände und seines Hinterns, er pflanzte Mague, er baute einen Hof, um Ball zu spielen, er balancierte einen gewaltigen phallischen Stein so aus, daß die Berührung mit dem kleinen Finger ihn hätte umwerfen können.
Und als er all dies getan hatte, stieg er hinab zum Meer und machte sich ein Floß aus Schlangen und fuhr damit übers Meer zum Königreich von Tlapallan.

(Azteken)



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Das Hexenweib

Sie sagen, im Bezirk von San Cristobal Las Casas, in der Gegend, in der die Leute Nahuatl sprechen, lebte ein Mann und ein Weib. Die Frau war eine Hexe. Sie betrog ihren Mann. Sie hatte die Angewohnheit, ein paar Zauberworte zu murmeln, und schon fiel ihr das Fleisch von den Knochen. Nur das Skelett blieb von ihr übrig. Darauf wuchsen ihr Flügel, und das Skelett flog durch die Luft. In dieser Gestalt zog sie die ganze Nacht herum und erschreckte die Leute.
Als ihr Ehemann dahinterkam, daß sie sich jede Nacht verwandelte, beschloß er, sie zu bestrafen. Eines Nachts tat er so, als ob er schlafe. Als er beobachtete, wie seine Frau aufstand und hinausging, folgte er ihr.
Er verbarg sich im Schatten und sah, wie ihr das Fleisch von den Knochen fiel und ihr Flügel wuchsen. Dann sah er sie fortfliegen, und dabei gab es ein Geräusch, als würden die Knochen zusammenkrachen. Als er nun seine Furcht überwunden hatte, trat er aus dem Schatten hervor zu der Stelle hin, an der das Fleisch lag, und hackte es mit der Machete in kleine Stücke. Dann streute er Salz darauf. Nachdem das getan war, trat er wieder in den Schatten zurück und wartete auf die Rückkehr der Hexe.
Sie kam und trat vor das Fleisch. Sie sagte das Zauberwort. Aber das Fleisch gehorchte ihr nicht. Es war tot. Das Salz hatte es getötet. Das Skelett flog fort. Manchmal sah man es noch. Man erzählt sich, wer es sehe, müsse bald darauf sterben.

(Mexico)



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BeitragVerfasst: 24.12.2013, 23:09 
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Der kleine Engel Gwendolin

Der kleine Engel Gwendolin saß hoch auf seiner Wolke und war ratlos. Er hatte einfach keine zündende Idee, wie er den Menschen in diesem Jahr eine Freude machen könnte. Und dabei
hatte Gwendolin sich dieses Jahr ein besonderes Ziel gesetzt. Er hatte nämlich in den letzten Jahren festgestellt, dass viele Menschen über all den hektischen Vorbereitungen gar nicht zur
Ruhe kamen.

Vor lauter Hektik und Zeitmangel hatte die eigentliche, tiefe Freude über das Weihnachtsgeschehen gar nicht entstehen können. Als Gwendolin einem Menschen von seinen Überlegungen erzählen wollte antwortete dieser nur „Sinn - Weihnachten - keine Ahnung! Und außerdem habe ich gerade sowieso keine Zeit!"

Gwendolin erschrak und dachte bei sich: "Wozu denn all die Weihnachtsgeschenke, wenn das größte Geschenk die allergrößte Freude und der Grund der Aufmerksamkeiten in Vergessenheit geraten sind."' Gwendolin rätselte und grübelte ....

Als er von seiner Wolke aus umherblickte, sah er plötzlich in der Ferne einen Punkt, der langsam näher kam und bald erkannte er seinen Freund Arnulf. Gwendolin freute sich sehr über den unerwarteten seltenen Besuch, stellte schnell Teewasser auf, zündete Kerzen an und stellte Lebkuchen auf den Tisch.

Bis Arnulf dann ankam, hatte er in Windeseile einen gemütlichen Teetisch hergerichtet Die Begrüßung der Freunde war sehr herzlich, sie erzählten sich viel, und Gwendolin berichtete
auch von seinen Sorgen wegen der Geschenke. Da begann Arnulf zu sprechen: „Eigentlich bin ich auch nur gekommen, um dir schnell ein Geschenk zu bringen, aber der liebevoll gedeckte Tisch und deine herzliche Begrüßung haben mich umgestimmt. Ich muss gestehen, ich hatte das wahre Weihnachten eigentlich auch vergessen, aber deine Liebe und Wärme ließen mich zur Ruhe kommen.
Du hast mir heute nichts geschenkt als deinen wunderbaren
Lebkuchen und den duftenden Tee - und trotzdem hast du mir Weihnachten viel näher gebracht als alle Geschenke, die ich sonst bekam. Ich danke dir von Herzen."

Arnulfs Worte gingen Gwendolin noch lange durch den Kopf und plötzlich hatte er eine Idee.
Er bereitete viele kleine Säckchen vor und packte nur eine Kerze, einen Teebeutel, einen Lebkuchen und einen kleinen Zettel hinein, auf dem stand:

Liebe Erdenbürger,
mit diesen Gaben möchte ich die die Grundlage für eine gemütliche Weihnachtsfeier liefern. Zünde die Kerze an, brühe den Tee auf und während du den Kuchen isst, freue dich daran was Gott an Weihnachten für uns tat.



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BeitragVerfasst: 25.12.2013, 03:06 
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Nie war die Legende lebendiger... ----------------------------------------

Als die Welt erschaffen wurde, kämpften Erster Mann und Erste Frau um Wärme, um Ersten Winter zu überleben. So ging es auch Erste Hündin. Im tiefsten Winter warf sie ihre Welpen. Jede Nacht bettete sie sich in einen Busch und sah sehnsuchtsvoll auf das Feuer, das Erster Mann und Erste Frau warm hielt. Der erste Winter war eisig, so kalt, dass Erster Hündin sich nicht getraute, ihre Welpen für die Suche nach Nahrung für ihren eigenen Bauch allein zu lassen, aus Angst, sie würden erfrieren in ihrer Abwesenheit. Sie legte sich zum Schutz um sie herum, doch der Wind war bitterkalt. Ihr Bauch schrumpfte vor Hunger, und bald hatte sie keine Milch mehr. Der kleinste Welpe starb und Erste Hündin fühlte, wie auch ihre Lebenskraft schwand, als sie für die verbliebenen Welpen sorgte. Die Angst um das Leben der Kleinen sagte ihr, dass sie keine andere Wahl hatte, als sich dem Feuer zu nähern und Erste Frau und Ersten Mann zu bitten, die Wärme des Feuers und Nahrung mit ihr zu teilen. Langsam kroch sie zum Feuer und sprach zu Erster Frau, die selbst hochschwanger war: «Ich bin eine Mutter und bald wirst auch Du eine sein. Ich will, dass meine Kinder überleben, wie Du es für die Deinen willst. Ich schlage dir einen Pakt vor» Erste Frau und Erster Mann hörten ihr zu. «Ich sterbe bald, nehmt meine Welpen, zieht sie auf und gebt ihnen den Namen Hund. Sie werden Eure Beschützer sein, werden Euch vor Gefahren warnen, Euch warm halten, Euer Lager behüten und sogar ihr Leben geben, um Euch und Eure Kinder zu beschützen. Sie werden Euch und den folgenden Generationen gute Kameraden sein, niemals den Platz an ihrer Seite verlassen, solang es die Menschen gibt. Dafür sollt Ihr die Wärme Eures Feuers und die Nahrung mit ihnen teilen. Ihr werdet meinen Kindern Liebe und Freundlichkeit geben, sie pflegen, wenn sie krank werden, wie Ihr es mit Euren eigenen Kindern tut. Wenn sie Schmerzen haben, werdet Ihr ein scharfes Messer an ihre Kehle setzen, um ihr Elend zu gnädig zu beenden. Als Gegenleistung erhaltet Ihr die Loyalität und Treue meiner Kinder und all ihren Nachkommen bis zum Ende der Zeit». Erste Frau und erster Mann waren einverstanden. Erste Hündin ging zu ihrem Nest im Busch und brachte mit ihrer letzten Kraft jeden Welpen einzeln zum Feuer. Während sie dies tat, brachte Erste Frau ihr Kind zur Welt, wickelte es in Hasenfell und legte es zu den Welpen am Feuer. Erste Hündin legte sich dazu, leckte noch mal ihre Welpen, dann ging sie in die Nacht, um unter den Sternen zu sterben. Doch bevor sie in der Dunkelheit verschwand, sprach sie noch mal zu Erster Frau: «Meine Kinder werden diesen Pakt einhalten für alle Generationen. Aber wenn der Mensch ihn bricht, wenn Du oder Deine Kindeskinder einem Hund Wärme oder Nahrung verweigern oder einen gnädigen Tod, werdet Ihr von Krieg, Hunger und Krankheiten geplagt sein. So wird es sein bis der Pakt von der Menschheit wieder erfüllt wird».Mit diesen Worten trat sie in die Nacht und schickte ihren Geist zum Schöpfer.

Legende der Lakota-Sioux



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